Leipzig (dpa). Den deutschen Handball-Rekordmeister THW Kiel plagen ausgerechnet vor dem ersten Duell im Champions-League-Viertelfinale beim Liga-Kontrahenten Rhein-Neckar Löwen erhebliche Personalprobleme. Rückraum-Shooter Kim Andersson muss sich noch in dieser Woche einer Knie-Operation unterziehen und fällt damit nicht nur für das Hinspiel am Sonntag (19.00 Uhr live in Eurosport) in der Mannheimer SAP-Arena, sondern gar bis zum Saisonende aus.

"Das ist bitter, aber nicht zu ändern. Dennoch wollen wir mit aller Macht ins Final Four", sagte THW-Geschäftsführer Uli Derad gestern. Zumindest die Generalprobe für das Duell "Löwen gegen Zebras" ist gelungen: Mit dem 35:26 gegen die Füchse Berlin bleiben die Kieler in der Bundesliga Spitzenreiter HSV Hamburg auf den Fersen.

Den schwersten Viertelfinal-Brocken hat ohne Zweifel Hamburg vor der Brust – Titelverteidiger Ciudad Real. Auch wenn der DHB-Pokalsieger fünf der letzten sechs Duelle, darunter beide Partien der Gruppenphase, gegen die Spanier verlor, ist Trainer Martin Schwalb optimistisch. "Wir haeben daraus unsere Schlüsse gezogen und den Abstand zu Ciudad verringert", meinte der ehemalige Nationalspieler mit Blick auf das Heimspiel am Sonntag (17.15 Uhr live in Eurosport). Ciudads Coach Talant Dushebajew verteilte schon vor dem Anpfiff Vorschusslorbeeren an den HSV. "Hamburg ist für mich die zweitbeste Mannschaft der Welt. Es ist schade, dass einer der Top-Favoriten vor dem Final Four ausscheiden muss."

Im Kieler Lager sind zudem Jicha (Brustwirbelblockade), Kapitän Ahlm (Rücken), Sprenger (Hüftprellung) und Palmarsson (Zerrung) angeschlagen. Dennoch keine Spur von Pessimismus. "Wir haben schon zweimal in dieser Saison gegen die Löwen gewonnen. Das wollen wir so beibehalten", sagte Derad. Löwen-Trainer Ola Lindgren erwartet im Hinspiel noch keine Vorentscheidung: "In Kiel wird abgerechnet. Aufgrund unserer Auswärtsstärke können wir auch dort gewinnen."