Augusta (dpa). Sie haben beide das Profigolfturnier mit einem Birdie und unter tosendem Applaus beendet. Dennoch fuhr nur Phil Mickelson am Sonntagabend (Ortszeit) im begehrten grünen Jacket des Masters-Siegers nach Hause, während sein amerikanischer Landsmann Tiger Woods die Heimreise aus Augusta im Alltags-Anzug und mit Wut im Bauch antrat. Sein Comeback nach fünf Monaten Pause, dem Bekanntwerden zahlreicher außerehelicher Affären und einer 45-tägigen Therapie gegen seine Sex-Sucht, endete auf Rang vier. "Das ist nicht das, was ich hier erreichen wollte. Ich bin hergekommen, um zu gewinnen. Aber je länger das Turnier dauerte, desto schlechter wurden meine Schläge", ärgerte sich Woods, dessen Comeback nach 144 Tagen Pause dem übertragenden Fernsehsender ESPN bereits am Eröffnungstag eine um 47 Prozent höhere Einschaltquote als noch im Vorjahr beschert, nach seiner 69er Schlussrunde.

Insgesamt benötige er 277 Schläge (68+70+70+69) – fünf mehr als Sieger Mickelson (272). Der 39-Jährige war mit einem Schlag Rückstand auf den führenden Englänger Lee Westwood am Sonntag gestartet. Während Westwood mit drei Bogeys den ersten europäischen Sieg in Augusta seit 1999 verspielte und letztlich Zweiter wurde (275) vor dem Amerikaner Anthony Kim (276), überzeugte Mickelson mit einer fehlerfreien Schlussrunde, auf der ihm fünf Birdies gelangen. "Es ist ein unglaubliches Gefühl und es gibt nichts Schöneres, als dieses Turnier zu gewinnen. Das ist heute ein besonderer Tag, auf den ich immer mit großartigen Erinnerungen zurückblicken werde", meinte Mickelson.

Bereits vor dem 18. und letzten Loch war ihm seit dritter Triumph in Augusta nach 2004 und 2006 kaum mehr zu nehmen. Mickelson hatte zwei Schläge Vorsprung auf Westwood, behielt die Nerven, ein ruhiges Händchen – und fiel anschließend seiner Ehefrau Amy in die Arme, die seit knapp einem Jahr an Brustkrebs leidet. "Es ist ein sehr emotionales Jahr gewesen und ich bin sehr stolz darauf, wie meine Frau kämpft", betonte Mickelson, der auch seine drei Kinder vor Ort hatte.