Aue (dpa). Das Selbstbewusstsein ist ins Erzgebirge zurückgekehrt. Zwei Jahre nach dem Abstieg aus der 2. Fußball Bundesliga schickt sich der FC Erzgebirge Aue an, wieder die zweithöchste Spielklasse zu erobern. Ebenso unauffällig, aber überaus erfolgreich wie 2003 beim ersten Aufstieg, marschieren die "Veilchen" derzeit durch die 3. Liga. Nach dem 3:1 über Holstein Kiel thront Aue nun erstmals an der Spitze.

Von Überheblichkeit ist man aber weit entfernt. Man spricht von einem großen Ziel, nicht vom Aufstieg. Die Unwägbarkeiten sind in dieser Spielklasse wegen der Ausgeglichenheit der Teams noch zu groß. "Wir haben einen Plan in der Schublade und holen ihn raus, wenn es soweit ist", sagt Geschäftsführer und Vizepräsident Günther Großmann. Dennoch: Die Mannschaft des Trainers Rico Schmitt dürfte in den verbleibenden vier Spielen kaum noch von einem der Aufstiegsplätze zu verdrängen sein.

Aue hat in der Schlussphase der Meisterschaft zugelegt. Angeführt vom 36-jährigen Tomasz Kos, der als Spielführer mehr als nur die rechte Hand von Schmitt zu sein scheint, wurde in entscheidenden Spielen die zuvor eklatante Auswärtsschwäche abgelegt. Dies, gepaart mit der gefürchteten Heimstärke, führte zum stetigen Aufstieg in der Tabelle bis ganz nach oben. Und das würdigen auch die Fans. Selbst gegen Schlusslicht Kiel kamen immerhin 10 500 Zuschauer ins 16 200 Besucher fassende Erzgebirgsstadion.