Magdeburg. Mittelgewichts-Boxerin Christina Hammer hatte sich "schon so gefreut", erstmals in der Bördelandhalle im Ring zu stehen. Doch das Vergnügen währte am Ende nur kurz. Nach nur knapp drei Minuten war der Zauber vorbei. Der Ringrichter hatte das auf sechs Runden angesetzte Duell gegen die hoffnungslos überforderte Karlsruherin Patricia Braesick bereits Mitte der zweiten Runde abgebrochen und erklärte die 19-jährige Dortmunderin, die für den Magdeburger Profistall SES boxt, zur Siegerin durch technischen K.o.

"Schade! Die Stimmung in der Halle war so toll, meinetwegen hätte es ruhig etwas länger dauern können. Doch ehe ich richtig in Fahrt gekommen bin, war es schon vorbei. Aber das kann schon mal passieren gegen eine Aufbaugegnerin", war die in Dortmund beheimatete Siegerin traurig, dass sie bei ihrem vierten Profikampf nicht mehr von ihrem boxerischen Talent unter Beweis stellen konnte. Dennoch hatte sie Blut geleckt: "Es hat riesig viel Spaß gemacht, in der Bördelandhalle zu boxen und die Atmosphäre am Rande eines WM-Kampfes zu schnuppern." Natürlich sei es ein Traum, hier irgendwann einmal selbst um einen WM-Gürtel zu kämpfen. "Aber bis dahin ist es noch ein weiter Weg", will es die 1,80 m große Powerfrau langsam angehen lassen.

Das sieht ihr Chef, SES-Promoter Ulf Steinforth, ganz ähnlich: "Ich denke, man hat trotz der Kürze des Kampfes gesehen, dass Christina boxen kann. In ihr schlummert riesiges Potenzial, aber mein Motto ist: Immer langsam mit den jungen Pferden. Sie bleibt erst mal in Dortmund, soll dort ihr Abi machen, nebenbei weiter fleißig an sich arbeiten und Aufbaukämpfe bestreiten, und dann sehen wir weiter."