Magdeburg. Mit einer neuen Präsidiumsspitze geht der Magdeburger Rennverein die Galoppsaison 2010 an. Auf der Jahreshauptversammlung wählten die Pferdesportfreunde den Unternehmens-Geschäftsführer Heinz Baltus zu ihrem neuen Präsidenten und den Bauunternehmer Bernd Busse zu dessen Stellvertreter. Ulf Krüger, der bisherige Vereins-Präsident, hatte auf Grund beruflicher Belastungen nicht wieder für das Amt kandidiert.

Baltus ist bereits seit 2004 im Präsidium. "Anfangs wurde ich kooptiert, später dann auch ordentlich gewählt", so der in Menz Ansässige. Als Hauptgrund, sich für das Amt zu bewerben, nennt Baltus den Erhalt und Ausbau der Rennanlagen am Herrenkrug-Park. "Ich kenne viele Pferderennbahnen in Deutschland. Sie sind ja häufig ähnlich in herrlicher Landschaft errichtet wie hier in Magdeburg. Aber Magdeburg übertrifft noch alle, die ich bisher besucht habe", bekennt sich der neue Rennvereins-Präsident zur Landeshauptstadt und zum Herrenkrug.

Aktiv ist Baltus ja eher als Trabrennfahrer. Selbst in Magdeburg ist er da schon Rennen gefahren. "Da ich nun einmal Freund des Pferderennsports bin, es in Magdeburg aber keinen Trab-Rennverein gibt, habe ich mich entschieden, im hiesigen Galopp-Rennverein meine Arbeit einzubringen", erklärt Baltus sein Engagement und stellt klar: "Manch einer hat ja anfangs geglaubt, ich wolle den Galopp-Rennverein zum Trab-Rennverein umfunktionieren. Dem ist nicht so. Magdeburg hat mit seinem Galopp-Rennverein eine gute, über hundertjährige Tradition. Das soll so bleiben", nimmt er den Skeptikern den Wind aus den Segeln.

Dabei ist dem Mann klar, dass er seine Funktion in einer schwierigen Zeit übernommen hat. In Deutschland kränkeln viele Rennvereine und die mit ihnen verbundenen Rennbahnen. Nach den Rennausfällen durch das Hochwasser hat Magdeburg noch nicht wieder zur Tradition von mindestens sechs Renntagen zurückgefunden. Die wirtschaftliche Lage ringsum lässt da momentan auch keine großen Hoffnungen zu.

"Ich sage mir, lieber drei Renntage ordentlich gesichert als vier auf wackligen Füßen. Für einen weiteren brauchen wir immerhin 30 000 bis 40 000 Euro, um ihn zu finanzieren", macht der Präsident deutlich, dass es in diesem Jahr – wie schon 2009 – nur drei Renntage geben wird: am Himmelfahrtstag, dem 13. Mai, sowie an den Sonnabenden 3. Juli und 4. September. Damit sind Risiko-Renntage im März oder November vermieden worden. "Und bei dem Juli-Renntag haben wir darauf geachtet, dass da Deutschland bei der Fußball-WM auf keinen Fall ein Spiel hat", ist von Baltus zu den Rennterminen zu hören.

"Wir haben die Absicht, Rennen höher zu dotieren, um weitere Pferde-Besitzer und -Trainer anzulocken. Dabei werden wir wohl so ein, zwei Rennen höher dotieren. Ich kann mir vorstellen, dass ein Trainer, der da ein Pferd hinschickt, gleich schaut, welche Rennen er noch besetzen könnte, damit sich die Reise lohnt. So würden wir also mehr Trainer anreizen, als wenn wir einen kompletten Renntag höher dotieren wollten. Das käme uns auch ganz schön teuer", erläutert Baltus, wie er den Herrenkrug weiter populär machen möchte.

Zudem ist vorgesehen, einen Bereich für Besitzer und Trainer einzurichten. "Nach den Siegerehrungen werden ja einige Trainer und Besitzer mit in den VIP-Bereich genommen. Aber das ist sporadisch und trifft zudem nicht alle. Ich bin der Meinung, dass wir uns mehr um Trainer und Besitzer kümmern sollten, wenn sie es denn wollen", gibt Baltus einen weiteren Teil seiner Pläne preis.