Hamburg (dpa). Deutschlands Schwimmstar Britta Steffen ist fassungslos über das Interesse an ihrem Privatleben und ihrer neuen Liebe zu Paul Biedermann. Die öffentlichkeitsscheue Doppel-Weltmeisterin und -Olympiasiegerin wurde nach Bekanntwerden ihrer Liaison mit dem "Sportler des Jahres" Ende März vor ihrem neu gebauten Haus in Berlin von Paparazzi belagert.

"Daran habe ich gemerkt, dass ich für gewisse Leute einen Promi Status habe, das war mir zuvor gar nicht so bewusst. Ich habe mich danach ohnmächtig gefühlt. Als ich an einem Tag frühmorgens zum Training kam, saß da ein Fotograf, der mich einfach nur abschießen wollte, weil ich jetzt mit Paul Biedermann zusammen bin", berichtete die 26-Jährige. Biedermann habe es in seiner Heimatstadt Halle "bedeutend leichter als ich in Berlin, wo die Medienlandschaft vielfältiger ist".

Steffen, die sich im vergangenen Jahr von ihrem langjährigen Freund getrennt hatte, war bisher immer bemüht, ihr Privatleben zu schützen. In einer Phase des Kennenlernens der beiden Doppel-Weltmeister von Rom 2009 werde ihnen "jetzt schon ein Rucksack aufgesetzt, weil wir ja so super zusammenpassen würden. Ich verstehe den Hype nicht, ja, er befremdet mich sogar. Wir sind Sportler, unser Liebesleben gehört nicht in den Sportteil."

Seit ihrem kometenhaften Aufstieg als vierfache Europameisterin von 2006 kämpfte Britta Steffen um den Erhalt ihrer Privatsphäre, lehnte Homestories und Fotos an ihrer Uni stets ab. Nun aber fürchtet die angehende Wirtschaftsingenieurin "irgendwie" um ihren persönlichen Freiraum. "Aber ich habe jetzt auch gelernt, dass ich gar keine Chance habe. Deshalb muss ich für mich einen Weg finden, wie ich damit am besten leben kann."

Nach Krankheiten und Verletzungen konnte Britta Steffen in den vergangenen drei Monaten nur eingeschränkt trainieren. "Ich habe derzeit drei, vier Kilo zu viel auf den Rippen. Sobald ich aber wieder voll trainiere, sind die überschüssigen Pfunde ganz schnell wieder weg. Und das muss auch sein, denn die neuen Textilanzüge erlauben kein Gramm zu viel."

Noch hat Britta Steffen Zeit bis zu den Meisterschaften in Berlin vom 30. Juni bis 4. Juli und zur EM (4. bis 15. August) wiederum in Budapest. Wegen ihrer Extraklasse macht sie sich derzeit keine Sorgen um Form und Normzeiten. "Vor vier Jahren hätte ich mich noch verrückt gemacht. Das liegt auch an den Erfolgen. Ich muss mir nichts mehr beweisen."