Birmingham (dpa). Auch mit 34 ist Oksana Chusovitina vor jedem Sprung noch so nervös wie ein Youngster. "Ich bin ganz schön aufgeregt", gestand die Olympia-Zweite nach ihrem Kurzauftritt beim Podiumtraining vor den Turn-Europameisterschaften in Birmingham. "Aber ich bin so glücklich, endlich wieder dabei zu sein." Quälend lang war für sie die Zwangspause, schier endlose 16 Monate, die sie im Krankenbett, der Rehabilitation oder beim Aufbau-Training verbrachte.

Beim Swiss Cup 2008 hatte sie sich die Achillessehne gerissen, dann wenige Monate später schwer am Bizeps verletzt, was zwei Schulteroperationen nach sich zog. Beim Cottbuser Weltcup im März feierte die 2006 eingebürgerte Usbekin ein ordentliches Comeback und muss nun schon wieder mit dem Druck leben, die einzige Medaillen-Hoffnung im von Rückschlägen gebeutelten deutschen Team zu sein.

Noch Tage nach der Operation habe sie gedacht: "Ich komme nie mehr in die Halle", räumte sie angesichts der damaligen Schmerzen ein. Doch die mit Abstand älteste Turnerin der Weltelite ließ sich nicht entmutigen, griff wieder an. Auch wenn jeder kleine Schritt weit mühsamer war als noch vor Jahren. In Birmingham kann das "Sprung-Wunder" noch nicht jene Top-Schwierigkeiten wie bei Olympia präsentieren und wird sich auch nur in ihrer Spezial-Disziplin vorstellen.