Bremen ( SID ). Titelverteidiger Werder Bremen hat zum zehnten Mal in seiner Vereinsgeschichte das Endspiel des DFB-Pokals erreicht. Die im nationalen Cup-Wettbewerb vor heimischem Publikum seit 22 Jahren ungeschlagenen Hanseaten wurden ihrer Favoritenrolle im Vorschlussrunden-Duell mit dem Zweitligisten FC Augsburg durch einen 2 : 0 ( 1 : 0 ) -Sieg gerecht und können neben ihrer Reise nach Berlin nun wohl auch bereits für das internationale Geschäft planen.

Sollten Schalke 04 und Bayern München, die heute ( 20. 30 Uhr / live in der ARD und bei Sky ) Werders Endspiel-Gegner ermitteln, ihre Champions-League-Plätze in der Liga verteidigen, wäre den Bremern als DFB-Pokalfinalist der Einzug in die Europa League nicht mehr zu nehmen. Vor 31 645 Zuschauern im Weserstadion gelang Marko Marin nach einer halben Stunde die Führung für die Platzherren, wodurch er erneut seine Ambitionen auf weitere Einsätze in der Nationalmannschaft unterstrich. Für die Entscheidung sorgte Claudio Pizarro in der 84. Minute.

" Wir können stolz sein, dass wir wieder nach Berlin fahren. Das ist eigentlich unglaublich, aber die Mannschaft ist am Limit. Das hat man heute gemerkt ", sagte Werder-Trainer Thomas Schaaf, der am 15. Mai im Olympiastadion als erster Coach zum vierten Mal den DFB-Pokal gewinnen kann. FCA-Torjäger Michael Thurk meinte enttäuscht : " Wir sind nicht zufrieden, denn heute war mehr drin. " Sein Coach Jos Luhukay gab aber zu : " Werder hat verdient gewonnen. "

Die Bremer hatten von Beginn an das Kommando übernommen und kamen schon in der Anfangsviertelstunde zu einem klaren Chancenplus. Mesut Özil ( 3. ), Pizarro ( 7. ) und Clemens Fritz ( 9. ) verfehlten jedoch aus aussichtsreichen Positionen das Augsburger Tor. Schaaf hatte im Gegensatz zum 3 : 2-Sieg am vergangenen Wochenende gegen den VfL Bochum wieder auf seine Stammformation gesetzt und sah im ersten Durchgang fast folgerichtig ein überlegen geführtes Spiel seiner Mannschaft.

In der Abwehr, die in den zurückliegenden beiden Pflichtspielen insgesamt sechs Gegentore zugelassen hatte, wurde der sechsmalige Pokalsieger zunächst kaum gefordert. Der Zweitligist aus Bayern versuchte, aus einem kompakten Mittelfeld heraus nach vorn zu spielen. Allerdings brachten die Augsburger in der Offensive nur wenig zustande. Top-Torjäger Michael Thurk, der in der laufenden Zweitliga-Saison schon 21-mal ins Schwarze traf, hing meist in der Luft.

Auch der von FCA-Trainer Jos Luhukay leicht zurückhängend eingesetzte Ibrahima Traore konnte mit seiner Schnelligkeit kaum für Gefahr sorgen.