Berlin ( SID ). Wer wird das erste Opfer der Eisbären Berlin ? In den heute beginnenden Vor-Play-offs der Deutschen Eishockey-Liga ( DEL ) wird der Viertelfinalgegner des scheinbar übermächtigen Titelverteidigers gesucht. Wer es schafft, ist fast schon zu bemitleiden, denn die Liga ist sich einig : Der in der Hauptrunde überragende Hauptstadt-Klub ist auf dem Weg zum dritten Meistertitel in Serie nicht zu stoppen.

Neun von zehn Trainern der Play-off-Teams tippten in einer Umfrage auf die Eisbären als kommenden Meister. Einzig Hans Zach, Coach der Hannover Scorpions, ließ sich keine Prognose entlocken.

" Jedes der zehn Teams kann Meister werden ", sagte der ehemalige Bundestrainer lediglich. In der Theorie mag das richtig sein, doch die Praxis in der Vorrunde legt einen anderen Schluss nahe. Mit insgesamt 123 Punkten und 25 Zählern Vorsprung auf den Zweiten Frankfurt Lions war Berlin so dominant wie keine andere DEL-Mannschaft zuvor.

" Die Eisbären können sich eigentlich nur selbst schlagen. Wenn sie das Viertelfinale überstehen, führt kein Weg mehr an Berlin vorbei ", sagte Trainer Teal Fowler von Adler Mannheim. Der mit Titelambition in die Saison gestartete Rekordmeister könnte Berlins Viertelfinalgegner werden. Zuvor müssen die Kurpfälzer aber in den Vor-Play-offs im Modus " best-of-three " ab heute die Augsburger Panther aus dem Weg räumen. Im zweiten Duell kämpfen die Kölner Haie gegen den ERC Ingolstadt nicht nur ums sportliche Überleben.

Die Mannheimer wollen die katastrophale Vorrunde vergessen lassen. Allerdings sind Zweifel angebracht, dass aus den starken Einzelspielern ausgerechnet in den K. o .-Begegnungen eine verschworene Einheit wird. " Es wird eine ganz kurze zweite Saison, wenn

wir uns jetzt nicht steigern ", warnte Fowler, der in der kommenden Saison von Harold Kreis abgelöst wird. Wie groß die Enttäuschung bei den Mannheimern ist, zeigt die Tatsache, dass Fowler bei den anstehenden Vor-Play-offs hartnäckig von " Play-downs " – also Abstiegsspielen – spricht.

Für die finanziell angeschlagenen Kölner, deren Zukunft nach wie vor auf der Kippe steht, wäre ein Weiterkommen auch aus wirtschaftlicher Sicht ein Segen.