Magdeburg. Heimmannschaften haben derzeit in der MDCC-Arena wenig zu lachen. Nach dem 1. FC Magdeburg musste diese Erfahrung am Dienstagabend auch die deutsche U-21-Nationalmannschaft machen, die nach dem unglücklichen 2 : 2 gegen Island nur noch theoretische Chancen auf die EM-Endrunde 2011 in Dänemark und die Olympischen Spiele im Jahr darauf in London besitzt.

Vor allem Timo Gebhart haderte mit dem Schicksal, konnte der Stuttgarter in der dramatischen Schlussphase doch gleich zwei Riesenchancen nicht nutzen. " Ich hatte schon zum Torjubel abgedreht, war mir ganz sicher, dass der Ball reingeht, auch weil ich keinen Gegner mehr gesehen hatte ", schilderte der niedergeschlagene Stürmer die erste dicke Möglichkeit, als ein Isländer seinen Schuss auf der Linie noch an den Pfosten lenkte. Und weiter : " Es ist so bitter. Aber wir hatten selber schuld. "

In die gleiche Kerbe schlugen seine Mitspieler. Holger Badstuber vom FC Bayern wollte auch das Argument nicht gelten lassen, dass zahlreiche Spieler verletzungsbedingt fehlten bzw. zum A-Team abgestellt worden waren : " Diese Mannschaft hatte genug Qualität, ein solches Spiel zu gewinnen. Noch ist alles möglich, aber aus eigener Kraft können wir es nicht mehr schaffen. " Kapitän Benedikt Höwedes ( Borussia Dortmund ) : " Der Glaube ist nach wie vor da. Wir lassen nichts unversucht. "

Allerdings rechnen nur noch die größten Optimisten mit einem positiven Ende. Deutschland müsste seine restlichen drei " Endspiele " ( u. a. bei Spitzenreiter Tschechien und in Island ) gewinnen und selbst bei einem zweiten Platz noch gewaltig zittern, denn nur die vier besten ( von zehn ) Gruppenzweiten kommen weiter. Es droht wie schon bei der Quali 2008 das Aus.

Enttäuschung ebenso bei Delegationsleiter Hans-Georg Moldenhauer : " Ein solches Spiel muss man einfach gewinnen. Chancen waren genug vorhanden. " Der DFB-Vize wollte auch die Ausfälle nicht als Entschuldigung gelten lassen : " Damit muss diese Mannschaft fertig werden. "

Frust nicht zuletzt beim gebürtigen Magdeburger Marcel Schmelzer ( Dortmund ), der an alter Wirkungsstätte gerne gespielt hätte, von Trainer Rainer Adrion (" Eine ganz enge Kiste. Wir sind hinten hochkarätig besetzt, und ich habe mich für Felix Bastians entschieden ") aber nicht berücksichtigt wurde, sich anschließend jedoch diplomatisch aus der Affäre zog : " Die Enttäuschung darüber, dass wir nicht gewonnen haben, ist größer ... "

Adrion selbst kam zu dem Schluss, " dass unserer Mannschaft irgendwo etwas fehlt ", gab sich dann aber kämpferisch : " Noch können wir auf 17 Punkte kommen. Vielleicht reicht es doch noch. "