Weltpokal, Champions League, deutscher Meister – für die Classic-Kegler von Rot-Weiß Zerbst, zweimal Sachsen-Anhalts Mannschaft des Jahres, neigt sich die erfolgreichste Saison der Vereinsgeschichte dem Ende zu. Rot-Weiß-Präsident Lothar Müller wirft im Gespräch mit Volksstimme-Redakteur Klaus Renner einen Blick voraus.

Volksstimme : Seit drei Jahren spielt Ihre Weltklasse-Mannschaft in der aktuellen Besetzung zusammen. Bleibt das auch in der kommenden Saison so ?

Lothar Müller : Im Prinzip, ja. Alle deutschen Spieler, Zeidler, Gerdau, Scholler, Hoffmann und Reiser haben sich zu unserem Verein bekannt. Der Mazedonier Boris Benedik sieht sich derzeit noch nach anderen Angeboten um. Ich hoffe, wir werden ihn halten können. Für mich ist das Bekenntnis unserer deutschen Nationalspieler das Wichtigste. An einen Neuzugang denke ich im Moment nicht. Wir werden jetzt wohl erst einmal von der Substanz leben.

Volksstimme : Dennoch wird Ivan Czech die Mannschaft verlassen – warum ?

Müller : Er gehört seit sechs Jahren unserem Verein an, lebt, arbeitet und trainiert in Zerbst. Nun erwartet seine Frau im Mai ihr erstes Kind. Ivan will der Familie künftig den Vorzug einräumen und sich in seiner Heimat beruflich wie sportlich in der slowakischen Erstliga-Mannschaft von Podbrezova neu orientieren. Dieser Verlust tut uns allen sehr leid.

Volksstimme : Rot-Weiß Zerbst spielt seit sieben Jahren in Deutschlands Eliteliga und ist jetzt die beste Kegelmannschaft der Welt. Gibt es ein Erfolgsrezept für diese außerordentlichen Ergebnisse ?

Müller : Ein offenes Geheimnis ist unsere ausgeprägte Kameradschaft. Dass wir alle Erfolge nur gemeinsam errungen haben, hat uns zusammengeschweißt nach dem Motto " Gemeinsam sind wir stark ". Die wichtigsten Entscheidungen für die neue Saison sind auf den Weg gebracht. In den Wochen bis zum Saisonstart werde ich mit noch größerer Motivation aktiv sein, um die finanzielle Seite abzusichern.