Frankfurt / Main ( SID ) Joachim Löw spielt auf Zeit, Bastian Schweinsteiger hält ein Comeback von Kevin Kuranyi in der Fußball-Nationalmannschaft für ausgeschlossen und Berti Vogts sieht den Bundestrainer in der Zwickmühle.

" Wenn er ihn zurückholt, wirft man ihm in den Medien vor, umgefallen zu sein. Wenn er bei seiner Entscheidung bleibt, sagt man, er habe den besten deutschen Stürmer zu Hause gelassen ", sagte der frühere Nationaltrainer, heute Coach von Aserbaidschan, und unterstrich : " Das ist alleine die Entscheidung von Joachim Löw. "

Vogts hatte in seiner Amtszeit Lothar Matthäus nach Attacken gegen diverse Nationalspieler zunächst für zwei Jahre verbannt und dann vor der WM 1998 in Frankreich wieder ins Nationalteam zurückgeholt. Vorausgegangen war ein Friedensgipfel, unter anderem mit dem damaligen DFB-Präsidenten Egidius Braun. Damals sprang Vogts weit über seinen Schatten - im Interesse der Nationalmannschaft.

" Man sollte schnellstens ein klärendes Gespräch führen. Denn die besten Spieler müssen mit zur WM. Zudem kann man als Trainer auch mal seine Meinung ändern ", sagte Matthäus.

Schweinsteiger glaubt hingegen nicht an eine Rückkehr von Kuranyi ins Nationalteam - zumindest nicht unter Löw. " Es freut mich, dass Kevin einen Lauf hat, weil er ein guter Kerl ist, aber der Bundestrainer hat seine Entscheidung getroffen ", sagte Schweinsteiger : " Und ich glaube nicht, dass der Bundestrainer seine Entscheidung ändert. "

Zuvor hatten sich bereits Franz Beckenbauer, Lothar Matthäus und Uwe Seeler für " Gnade für Kuranyi " ausgesprochen.