Magdeburg. Deutsch-deutsche Duelle um einen WM-Gürtel stellen in der Box-Geschichte eine gewisse Rarität dar. "Es hat alles in allem", erinnert sich SES-Chef Ulf Steinforth, "wahrscheinlich kaum mehr als ein halbes Dutzend davon gegeben." Das bislang letzte ging vor 15 Monaten zwischen Felix Sturm und Sebastian Sylvester über die Runden.

Magdeburg bekommt nun wieder ein derartiges Aufeinandertreffen zu sehen. Am 17. April kreuzen in der Bördelandhalle WBO-Supermittelgewichts-Weltmeister Robert Stieglitz vom heimischen SES-Stall und Herausforderer Eduard Gutknecht (Universum Hamburg) die Fäuste.

Der 28-jährige Magdeburger zeigte sich gestern auf einer Pressekonferenz in der Elbestadt jedenfalls wild entschlossen, auch seine zweite Titelverteidigung vor heimischem Publikum erfolgreich zu gestalten: "Ich werde meinen Gürtel behalten. Da bin ich mir sicher."

Sein ein Jahr jüngerer Gegner Gutknecht, der sich mit einem überraschenden Sieg über den ungarischen Ex-Weltmeister Karoly Balcsay als Pflichtherausforderer qualifizierte, ist für Stieglitz kein unbeschriebenes Blatt: "Ich kenne ihn bereits sieben, acht Jahre. Wir haben mehrfach zusammen Sparring gemacht."

Auch der in 18 Profikämpfen noch unbesiegte Gutknecht selbst singt ein – im Boxen nicht allzu häufig vorkommendes – Hohelied auf seinen Kontrahenten: "Wir sind Freunde, nur im Ring sind wir dann Gegner." Doch dann sagt der Mann aus Gifhorn auch dies: "Es ist der wichtigste Kampf meines Lebens, darauf habe ich 15 Jahre gewartet. Ich möchte ihn gern haben."

Sein Coach Magomed Schaburow bringt es auf die einfache Formel: "Robert hat auch nur zwei Hände, nicht drei. Er ist also kein Übermensch."

Magdeburgs Box-Fans erwartet an diesem 17. April noch ein weiterer WM-Kampf. Im Mittelgewicht trifft Sebastian Zbik (Universum) auf Domenico Spada (Italien). Da Zbik für das ZDF (live ab 23.15 Uhr) als Hauptkämpfer agiert, muss Stieglitz gegen 22 Uhr in den Ring. Zumindest einen Nachtzuschlag muss Steinforth seinem Schützling nicht zahlen ...