Dresden ( SID ). Leere Kassen, sportliche Talfahrt und Ärger mit den Fans : Dynamo Dresden ist wieder einmal am Tiefpunkt angelangt. Der einstige Renommier-Klub des DDR-Fußballs kämpft gleich an mehreren Fronten ums Überleben.

Große Finanzprobleme bereitet dem Klub das modernisierte Rudolf-Harbig-Stadion, das sich als Fass ohne Boden erweist. Sollte mit der Stadt keine Einigung über die Nutzung erzielt werden, ist die Lizenz für die neue Saison in Gefahr.

" Wir benötigen in punkto Stadion ein stimmiges Konzept für die Lizenzierungsunterlagen. Es geht darum, eine wettbewerbsfähige Miete zu zahlen ", sagte Dynamos Hauptgeschäftsführer Stefan Bohne. Die Nutzungskosten der neuen Arena von jährlich 2, 2 Millionen Euro bedrohen die Existenz des Klubs, so Bohne. Die derzeit vorgesehenen Kosten für den Spielbetrieb im altehrwürdigen Stadion seien ein " struktureller Nachteil " für Dynamo. Auf 1, 5 Millionen Euro wird das Defizit durch die Kosten des Stadions taxiert.

Beim Verhandlungspartner indes arbeitet man mit anderen Zahlen. Nach Informationen der Sächsischen Zeitung errechnete die Dresdner Stadtverwaltung lediglich ein Minus von 312 000 Euro für den Verein.

Auch in sportlicher Hinsicht hat Dynamo arge Probleme. Der mehrfache Europapokal-Teilnehmer rangiert in Liga drei nur auf Rang 15. " Unser Saisonziel kann nur Klassenerhalt lauten ", sagt Bohne angesichts nur eines Punktes Vorsprung auf die Abstiegsränge.

Einen weiteren Krisenherd bekommt der Verein trotz großer Bemühungen ebenfalls nicht in den Griff : Gewaltbereite Fangruppierungen sorgen wie zuletzt im Freundschaftsspiel gegen Rapid Wien immer wieder für Krawalle und bringen den Verein in der öffentlichen Wahrnehmung weiter mit Ausschreitungen in Verbindung. " Wir sind uns der Problematik bewusst und versuchen, solche Vorfälle zu unterbinden ", erklärte Bohne direkt nach den Ausschreitungen im Januar. Der DFB schien den Versprechungen zu glauben und beließ es bei einer Strafe von " nur " 5000 Euro.