Monte Carlo (dpa). Mit bis zu 280 Sachen haarscharf an den Leitplanken vorbei – und das 78 Runden lang: Beim Grand-Prix-Klassiker in Monte Carlo ist Nervenkitzel garantiert. Aber eigentlich ist das Formel-1-Rennen im Fürstentum an der Côte d‘Azur aus Sicherheitsgründen längst nicht mehr zeitgemäß. "Wenn du hier einen kleinen Fehler machst, kann es vorbei sein", sagte Vizeweltmeister Sebastian Vettel vor dem Großen Preis von Monaco. "Man muss immer auf den Punkt wach sein. Die Fahrer sind am Anschlag."

Der dreimalige Weltmeister Nelson Piquet hatte die wilde Hatz durch die Häuserschluchten vor rund einem Vierteljahrhundert mit "Hubschrauberfliegen durchs Wohnzimmer" verglichen. Diese ebenso krasse wie zutreffende Einschätzung gilt noch heute uneingeschränkt. "Man fährt hier mit unglaublich hoher Geschwindigkeit direkt an den Leitplanken vorbei", beschrieb Michael Schumacher eine der besonderen Herausforderungen. Der Rekord-Weltmeister aus Kerpen strebt morgen (Start: 14.00 Uhr/RTL) seinen sechsten Triumph beim Kult-Grand-Prix an.

Um das Rennen auf dem Risiko-Kurs mit heilem Rennauto überstehen zu können, sind primär fahrerische Künste, aber auch Glück im richtigen Moment Voraussetzung. "Das ist schon eine extreme Herausforderung", sagte Red-Bull-Pilot Vettel aus Heppenheim zu dem als Highlight im Formel-1-Kalender geltenden Grand Prix.

Als besonders heikel gilt heute die erste K.o.-Runde der Qualifikation. Jeder der 24 Piloten muss versuchen, eine möglichst schnelle Runde zu fahren, um nicht zu den sieben Langsamsten zu gehören, die "aussortiert" werden. In diesen 20 Minuten wird das Gedränge auf der nur 3,340 Kilometer langen Strecke extrem. "Das wird ganz schön knifflig", urteilte Titelverteidiger und WM-Spitzenreiter Jenson Button.