München/Mailand (dpa). Der FC Bayern München will auch ohne den gesperrten Franck Ribéry Fußball-Geschichte schreiben – Inter Mailand kämpft nicht nur gegen den deutschen Meister, sondern auch um seinen Coach. Die Münchner setzten sich vergeblich beim Internationalen Sportsgerichtshof CAS gegen die Rot-Sperre für ihren französischen Mittelfeldstar ein, ähnlich erfolglos scheinen alle Mühen der Italiener um ihren Coach José Mourinho zu sein. "Es würde mich wundern, wenn er bliebe", sagte Inter-Besitzer Massimo Moratti. Die Anzeichen eines Wechsels des exzentrischen Trainers zu Real Madrid verdichten sich.

Abgewiesen wurde vom CAS das Ansinnen der Bayern, die Drei-Spiele-Sperre von Franck Ribéry zu verkürzen und damit eine Finale-Teilnahme am Samstag in Madrid zu erwirken. Aber vielleicht haben die Münchner doch etwas gewonnen. Denn durch ihren vehementen Einsatz konnte der Rekordmeister weitere Pluspunkte beim Offensivmann verbuchen und die Aussichten auf eine Verlängerung des bis zum 30. Juni 2011 laufenden Vertrages womöglich verbessern.

Noch auf dem Rückflug aus der Schweiz nach München bedankte sich der 27-Jährige bei Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge für den letztlich erfolglosen Einsatz des deutschen Fußball-Meisters. "Er weiß sehr wohl, welche Qualitäten diese FC-Bayern-Familie hat", sagte Rummenigge und wiederholte mit Blick auf die Zukunft Ribérys seine Zuversicht. "Unser Ziel ist klar. Wir wollen den Vertrag mit Franck verlängern und ich sehe diese Vertragsverlängerung durchaus optimistisch."

Weniger Zuversicht herrscht bei den Mailändern rund um ihren Erfolgstrainer. Zwar betonte der 47-jährige Mourinho, dass er noch nicht mit Real gesprochen habe. Gleichzeitig hatte der Portugiese nach dem Gewinn des Meistertitels jedoch erneut eingeräumt, dass er sich in Italien nicht immer wohlfühle. "Bei einem Mann wie Mourinho weiß man nie, wie er sich entscheidet. Entweder es gibt eine unerwartete Überraschung. Oder er entscheidet sich so, wie wir es erwarten, nämlich gegen Inter und für das Ausland", sagte Moratti.

Bei Real Madrid, das trotz einer Rekordinvestition von 250 Millionen Euro für neue Spieler ohne Titel blieb, gilt die Entlassung von Trainer Manuel Pellegrini praktisch als beschlossene Sache. Real soll mit Mourinho bereits eine mündliche Vereinbarung über eine Verpflichtung des Portugiesen getroffen haben.

Dass die Gerüchte aus Spanien die Vorbereitung der Italiener beeinflussen könnte, glaubt man nicht beim FC Bayern. Zumal nicht nur Inter heiß auf das historische Triple ist, sondern auch Mourinho auf einen Sieg gegen seinen einstigen Lehrmeister Louis van Gaal. "Das sind sicherlich zwei der ausgeschlafensten Trainer, die Europa im Moment zu bieten hat", pries Rummenigge die beiden Fußball-Fachleute an.

Inter Mailand wird schon am Mittwochabend zum Finale nach Madrid reisen, um möglichen Problemen mit der Aschewolke des isländischen Vulkans aus dem Weg zu gehen.

Wie die italienische Sporttageszeitung "Corriere dello Sport" berichtete, habe die Europäische Fußball-Union UEFA beide Finalisten zu einer frühzeitigen Anreise nach Spanien gedrängt. Ursprünglich war Inters Abreise am Freitagnachmittag geplant. Die Bayern brechen morgen in die spanische Hauptstadt auf.

Der italienische Meister und Pokalsieger wird bis zum Finale am Samstagabend die Trainingsstätte des spanischen Renommierklubs Real Madrid benutzen.