Wolfsburg (dpa). Der neue Trainer kam für eine Stippvisite nach Wolfsburg, doch die wichtigste und spannendste Frage beim VfL blieb ungeklärt: Bleibt 40-Millionen-Stürmer Edin Dzeko oder muss sich der entthronte deutsche Meister Ersatz für den besten Torjäger der Fußball-Bundesliga suchen.

"Bis Montag haben wir nicht unter Kontrolle, was passiert", sagte der VfL-Coach Steve McClaren gestern bei seiner Vorstellung in Wolfsburg und betonte: "Ich will ihn nicht verlieren." Fünf Tage Ungewissheit bleiben dem ersten englischen Trainer in der höchsten deutschen Spielklasse noch.

Kurz vor Ablauf der Frist gibt es noch immer kein Angebot für den teuersten Fußballprofi der Liga-Geschichte, aber VfL-Geschäftsführer Dieter Hoeneß sagte: "Es kann jede Stunde passieren, dass einer der großen Clubs ihn haben will." Der bosnische Nationalstürmer kann bis zum 31. Mai für eine festgeschriebene Ablösesumme von 40 Millionen Euro den VfL verlassen. Hoeneß betonte: "Unter der fixierten Summe wird Edin sicher nicht gehen." Anderseits ist klar: "Wenn es das Angebot gibt und er gehen will, können wir das nicht verhindern."

Der bosnische Nationalstürmer, in der abgelaufenen Saison Gewinner der Torjäger-Kanone, hat immer wieder den AC Mailand als seinen Traumverein angegeben. Noch aber kann Hoeneß nur wiederholen, dass es "kein ernsthaftes Angebot" gebe: "Die Voraussetzungen für einen Wechsel sind zum jetzigen Zeitpunkt nicht erfüllt."

Dzeko ist das wichtigste Puzzle-Teil für den drei Tage in Wolfsburg weilenden McClaren, denn im Falle eines Wechsels wäre die Suche nach einem neuen Topstürmer vorrangig. "Das Erste, was ich zu Dieter gesagt habe, ist: Um erfolgreich zu sein, muss man die besten Spieler halten", erklärte McClaren und versicherte: "Ich würde Edin lieber behalten. Stürmer sind sehr, sehr wichtig. Den Wert von solchen Stürmern kennen wir ja. Das sind 70, 80 oder 100 Millionen."

Bis zur Entscheidung hat der neue Coach ein anderes Thema als vorrangig ausgemacht: "Die Tore, die wir bekommen haben, waren zu viel. Und das ist ein Problem." Welche Spieler geholt werden können, hängt allerdings davon ab, ob der VfL für die Einkäufe 40 Millionen Euro zusätzlich in der Kasse hat.

So oder so wird bei der VW-Tochtergesellschaft investiert, denn die Marschroute für den neuen Coach des gestürzten Meisters ist klar. "Ich will den Club dahinführen, wo er war." Titel-Erfahrung hat der 49-Jährige, der als erster Engländer seit der Bundesliga-Gründung 1963 bei einem deutschen Team auf der Bank sitzen wird. Zuletzt führte McClaren Twente Enschede zur niederländischen Meisterschaft.