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Der Einbruch kam früher als erwartet. Noch keine 1000 Meter waren gerudert im olympischen Einer-Finale, da hatte Marcel Hacker den Kontakt zu den Führenden bereits verloren. 4,4 Sekunden lag er da auf Spitzenreiter Lassi Karonen aus Schweden schon zurück, am Ende waren es fast 13 Sekunden - und Platz sechs.
Eton lGold ging an den überragenden Mahé Drysdale (Neuseeland), Silber an Ondrej Synek (Tschechien), Bronze gewann Alan Campbell (Großbritannien). "Von Platz eins bis Platz sechs ist alles möglich", hatte Hacker schon vor dem Endlauf orakelt. Falsch liegen konnte er bei sechs Finalisten da sowieso nicht. "Ich suche keine Ausflüchte, das war heute einfach nicht mein Tag", kommentierte der Blankenburger später das Finale. "Aber eines muss ich mir nicht vorwerfen, dass ich nicht gekämpft habe bis zum Schluss."
Kampf darf man dem 35-Jährigen auf jeden Fall bescheinigen. Die letzten 200 Meter, als der Wettbewerb schon längst gegen ihn gelaufen war, flog er nahezu an den Fünften, den zuvor weit enteilten Aserbaidschaner Aleksandar Alexandrov heran, ganz erreichen konnte er ihn aber nicht mehr. Auch den vom internationalen Verband kurzfristig vorgenommenen Bahnentausch, der Hacker die ungünstigste, weil windanfälligste Außenbahn zugewiesen hatte, wollte er für sein Abschneiden nicht verantwortlich machen: "Dazu sage ich nichts. Das waren olympische Spiele, und da musst du auf jeder Bahn schnell rudern können, egal wie der Wind steht."
Am Ende hat es also nicht sollen sein mit dem ganz großen Erfolg für Marcel Hacker, der für die Frankfurter RG Germania antritt, einen Großteil seiner Vorbereitung allerdings in seiner Geburtsstadt Magdeburg absolviert hatte. Man darf nicht vergessen, noch im Frühjahr hatte er offen von Gold gesprochen.
Sein Olympia-Fazit fällt dennoch eher positiv aus. "Es liegen vier Jahre hinter mir, die ich sportlich gut bewältigt und sauber zu Ende gebracht habe." Auf der persönlichen Habenseite steht dann wohl ebenso, dass er diesmal dem Druck, der ihn oft erdrückte, einigermaßen standgehalten hat. Sehr spät hat Hacker, der ewige Rebell, erkannt, dass er zuallererst auf sich selbst schauen muss. Nach zwei Havarien in den olympischen Halbfinals 2004 und 2008 wusste er als 35-Jähriger in London, wie man Rennen bestreiten muss: Ganz bei sich selbst, mit einem eigenen Plan im Kopf, der wichtiger ist als alle Einflüsse von außen. Diesmal hat er das Finale erreicht.
Wie es nun mit ihm weitergeht, ist offen: "Darüber habe ich mir noch keine Gedanken gemacht", weicht er einer klaren Antwort aus. "Auf jeden Fall werde ich mich jetzt erst einmal um mich selbst kümmern, mal sehen, was da rauskommt."
Olympia wird er auf jeden Fall bis zum Schluss erleben, "anschließend geht es mit dem Luxusliner (die MS Deutschland, d. Red.) nach Hause". Was er denn dann mit seinem Boot mache, wird Hacker gefragt. Er lacht schon wieder: "Als Letzter musst du das allein übers große Wasser nach Hause rudern ..."
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Zitat aus Artikel: "Auch die eigene Offenheit kann laut Studie zu mehr Akzeptanz führen: Geoutete Menschen berichteten demnach von weniger Diskriminierung als jene, die nicht offen mit ihrer Neigung umgingen. (dpa)" Das ist auch meine Erfahrung. Nachdem ich bis zum 55. Lebensjahr gebraucht habe, selbst zu meiner Transsexualität zu stehen und meine Angst zu überwinden, lebe ich völlig offen damit. Meine Erfahrungen sind durchweg positiv. Meine Umwelt und selbst meine Familie akzeptieren mich so. Einer der Gründe, warum ich offen dazu stehe und sogar wesentliche Teile meiner Transition im Internet veröffentlicht habe ist, den Menschen zu zeigen, dass wir auch nur normale Menschen sind und keine Exoten. Nur der offene Umgang mit Homo- und Transsexualität kann für allgemeine Akzeptanz und Toleranz sorgen. Leider werden da aber von gesellschaftlicher und staatlicher Seite noch zu viele Hürden für uns aufgebaut, die auch diskriminierend sind. So zum Beispiel, dass keine gleichgeschlechtliche Ehe möglich ist oder man als Transsexueller erst als "psychisch gestört" (F64.0 – Geschlechtsidentitätsstörung) gelten muss, in einem so genannten Alltagstest (für bis zu 18 Monate leben im gefühlten Geschlecht mit falschen Papieren, ohne mögliche körperliche Anpassungen) den Beweiß antreten soll und die Änderung des Vornamens und des Geschlechts nur über Gericht erlangen kann, was bis zu 3.000,- Euro kosten kann. Andrea Süßenguth
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