Oschersleben l So leicht lässt sich ein Österreicher nicht erschüttern: Stefan Kerschbaumer ist natürlich dabei, wenn am Sonnabend (14 Uhr) der dritte Lauf zur Langstrecken-Weltmeisterschaft bei der 20. German Speedweek in der Motorsport Arena Oschersleben gestartet wird. Noch vor wenigen Wochen hatte er sich beim zweiten Wettbewerb, den 24 Stunden von Le Mans (Frankreich), bei einem Sturz einen Schlüsselbeinbruch zugezogen. Danach hieß es: Schraube rein, sei dabei. Deshalb pilotiert der 27-Jährige mit Lucy Glöckner (26) und Jan Bühn (26) beim Acht-Stunden-Rennen in Oschersleben die BMW S1000 RR des Lokalmatadoren Völpker NRT48 Schubert Motors über die Strecke.

Dessen Chef Ingo Nowaczyk ist heißer auf die Speedweek als das Auspuffrohr nach 100 Stunden Dauerfahrt. Das hört man gerne, nachdem der 45-Jährige einige Male daran gedacht hatte, alles hinzuschmeißen, weil der Aufwand für den Sport sehr groß ist nach getaner Arbeit als Motorrad-Meister. „Aber meine Partner haben gesagt: Wenn du dabeibleibst, dann werden wir dich auch unterstützen“, erklärte Nowaczyk.

In der Motorsport Arena hat er nur ein Ziel: „Ich möchte zum ersten Mal in einem WM-Lauf in Oschersleben auf das Podest.“ Die Tests am Mittwoch liefen hervorragend: „Wir wissen, wie lange der Tank reicht und die Reifen halten. Alles hat funktioniert“, so Nowaczyk. Jetzt geht es an die Feinabstimmung.

2016 waren Nowaczyk und Team noch als WM-Führende in der Superstock-Klasse angetreten – damals zum Saisonfinale. Eine Ölspur brachte damals den Belgier Bastien Mackels zu Fall, was das Aus bedeutete. Dank der Vorleistungen rettete das Team noch Platz drei. An ein Podest in der Gesamtwertung denkt Nowaczyk in diesem Jahr nicht, Völpker NRT48 belegt derzeit Rang sieben. „Da müssten theoretisch alle vor uns bei den nächsten Rennen ausfallen, und das wünscht man keinem.“ Starke Einzelplatzierungen, das wünscht sich Nowaczyk. Nach Oschersleben folgt der Lauf auf dem Slowakia-Ring (23./24. Juni).