Magdeburg. " Eine Medaille soll es diesmal schon sein. Die Farbe ist mir eigentlich egal, Hauptsache, wir stehen mit auf dem Siegertreppchen ", so Ruderrecke René Bertram, der es vor vier Jahren bei den Spielen von Athen im Doppelzweier mit seinem Hallenser Partner Christian Schreiber " nur " zu einem neunten Platz gebracht hatte.

" Christian und ich haben unterschiedliche Techniken. Auch dadurch hat es in Athen nicht für mehr gereicht. Jetzt sitzt mit dem Berliner Hans Gruhne ein noch junger Mann zwischen Christian und mir. Zudem haben wir unsere Techniken besser aufeinander abgestimmt ", nennt Bertram einen der Gründe, warum er für die Olympischen Spiele in Peking große Medaillenhoffnungen im Doppelvierer hat.

In der Höhe in Österreich haben sie sich im Trainingslager weitere Kraft und den Feinschliff geholt. Nach einem kurzen Aufenthalt in der Heimat sind sie dann schon am 30. Juli von München Richtung Peking " gedüst ". Stefanie Münch, die Freundin des Skullers und Sportstudenten, hat sich längst an die häufige Trennung von René gewöhnt : " Zum Glück gibt es ja moderne Medien wie das Internet oder Handys, so dass wir doch leichter Kontakt zueinander halten können. Wir haben ja auch beide unser Leben. unsere Ziele, die wir gemeinsam erreichen wollen, noch vor uns. "

Nach Peking will Bertram sportlich ein wenig kürzer treten. " Ich studierte bisher Lehramt fürs Gymnasium, Sport und Englisch. Nach den Spielen will ich umsatteln auf Trainer für Gesundheitssport, und im nächsten Olympia-Zyklus bis 2012 auch möglichst fertig werden ", zeigt Bertram, dass die berufl iche Qualifikation dann in den Vordergrund rücken wird. " Aussetzen will ich allerdings mit dem Sport auf keinen Fall. Das kann man sich bei uns nicht leisten. Da ist man weg vom Fenster.

Favoriten sind für ihn die Recken aus den USA und die aus Polen : " Die Polen sind dreimal hintereinander Weltmeister geworden. Und wenn die Amerikaner beim Weltcup bei 1000 Meter angezogen haben, kam keiner mehr mit. "

Dabei war Betram zwar sportlich schon immer im Wasser zu Hause, aber als Schwimmer hatte er da zuvor keine zusätzlichen Hilfsmittel. " Als es dann im Frühjahr 1995 nicht mehr weiter voranging, hielten meine Trainer mit ihrer Meinung nicht hinter dem Berg. Ich wechselte auf ihr Anraten zu den Ruderern. Immerhin hatte es Enrico Halm, der auch von uns Schwimmern kam, dort zum Junioren-Weltmeister gebracht. Den Schritt habe ich bis heute nicht bereut ", so der Weltmeister im Doppelvierer von 2002.

Und die Strecke in Peking ?

" Das soll ein Nachbau des Regatta-Kurses von Athen sein. Eine Gegenwindstrecke. Vom Körpergewicht her haben wir ja lieber Schiebewind. Aber bei der Weltcup-Regatta in München sind wir dieses Jahr Zweiter geworden, unsere beste Platzierung 2008 – und da herrschte Gegenwind ", war dazu von René Bertram zu hören.

Inzwischen hat er beim SCM mit Tim Bartels " Konkurrenz " bekommen. " Es ist wunderbar, wenn du da einen hast, der sich an dir misst, zu dir aufschließt. Das bringt neue Herausforderungen. Ich glaube jedenfalls, Tim und ich haben sich gegenseitig nach vorn gebracht – auch wenn es bei Tim für Peking noch nicht reichte ", freut sich Bertram, dass beim SCM-Nachwuchs neue Rudertalente nach oben streben.