Gestern, exakt um 11 : 12 Uhr Pekinger Zeit, stieß Über-Schwimmer Michael Phelps seine Faust in den Himmel des "Wasserwürfels". Erstmals hatte ein Athlet bei ein und denselben Spielen achtmal Gold gewonnen.

Der US-Athlet wird jedoch nicht nur in den sportlichen Olymp eingehen. Seine einzigartigen Leistungen werden sich auch auf dem Bankkonto bemerkbar machen. Eine Million Dollar war seinem Sponsor schon die Einstellung des Rekordes von Mark Spitz wert. "Episch" nannte die US-Legende die Leistung seines Nachfolgers: "Wenn ich der erste Mensch auf dem Mond war, ist Michael der erste auf dem Mars."

"Er ist der größte Olympier seiner Zeit, und er kann überall Geld verdienen", sagte der australische Marketing-Agent Max Markson über den 23-Jährigen aus Baltimore, der sein derzeit geschätztes Jahreseinkommen von drei Millionen Dollar nunmehr aufs Zehnfache steigern kann.

"Sein Name ist jetzt eine Marke." Phelps müsse nie mehr arbeiten und könne von dem verdienten Geld 50 Jahre sorglos leben. Aber nur, das vergaß Markson zu erwähnen, wenn er sich in die Hände seriöser Berater gibt.

Seit 16 ist Phelps Profischwimmer, und mit 18 soll er bereits seine erste Million gemacht haben. Er beschäftigt Anwälte und Agenten und hat neben einer Webseite, selbst in chinesisch, auch ein eigenes Logo: Es zeigt eine Welle mit einem blauen "M" und einem roten "P". Zu seinem Sponsoren zählen Weltfi rmen wie das Kreditunternehmen Visa, der Sportartikelhersteller Speedo, die Uhrenfirma Omega, der Kommunikations-Riese AT & T sowie verschiedene Nahrungsmittelhersteller wie Kellogg‘s.

Doch Phelps weiß auch, oder seine Berater haben es ihm gesagt, dass man zum Superstar nicht durch pure Leistung allein wird. Sondern durch Persönlichkeit. Also gab er nach seinem achten Streich - es war seine 14. Goldmedaille bei Olympia insgesamt - ein paar Beispiele: So sagte er bemerkenswerte Sätze wie diesen: "Die größte Erinnerung an diese Spiele werden nicht meine Medaillen sein, sondern dass ich in einem Team geschwommen bin. Wo einer für den anderen einstand. Wo ich Spaß mit den Jungs hatte. Wo ich Teil einer Gemeinschaft war."

Auf die Frage, was Peking für ihn bedeute, antwortet Phelps: "Der Sport hat mein Leben von grundauf verändert. Ich möchte, dass andere auch diese Erfahrung machen und dazu beitragen, dass der Sport im Leben von vielen künftig eine größere Rolle spielt."

Komisch, man nimmt dem Jungen das sogar irgendwie ab. Als er gestern seine letzte überfüllte Pressekonferenz beendete, gab es von den ansonsten so kritischen wie skeptischen Journalisten aus aller Welt spontanen Beifall.

Phelps nickte, grinste und ging.