Die Basketballer mit Superstar Yao Ming haben einen, die Ruderer, die Fechter und die Reiter sowieso: Wenn Chinas Athleten ihrer Nation bei den Heimspielen von Peking Ruhm und Ehre bringen, haben oft genug ausländische Trainer mitgeholfen.

Die Chinesen haben um die 50 Legionäre aus 16 Ländern engagiert - bestens entlohnt, aber immer wieder in Konflikt mit dem starren und disziplinversessenen Sportsystem Chinas.

Wie einige andere Experten aus dem Ausland hat das zuletzt Kanu-Goldschmied Josef Capousek erfahren müssen. Der Ex-Bundestrainer musste im Juni unter anderem deshalb gehen, weil er seine Sportler zu mehr Selbstbewusstsein und Selbstständigkeit erziehen wollte. Er berichtet von täglichen Standpauken für die Athleten: "Wenn etwas schiefgeht, werden nur den Sportlern Vorwürfe gemacht. Dann heißt es, ihr seid faul und habt nicht fleißig genug trainiert."

Jetzt leistet noch Angelika Bahmann im Kanu-Slalom Aufbauhilfe. "Wir haben mehr Sitzungen als zu DDR-Zeiten", sagt Bahmann, 1972 Olympiasiegerin in München und seit April für den Einerkajak der Frauen zuständig: "Die Chinesen haben Achtung vor meiner Meinung, aber es ist nicht so leicht, sie durchzusetzen." Neben Bahmann arbeitet auch ihr Sohn Christian seit einigen Wochen für die Kanuten, angeblich für üppige 3500 Euro im Monat.

Deutsches Knowhow vermitteln auch Ex-DDR-Nationaltrainer Hartmut Buschbacher und Frank Rogall im Rudern sowie der frühere Bundestrainer Wolfgang Nitschke im Ringen. Der viermalige Olympiasieger Ludger Beerbaum hat regelmäßig den chinesischen Springreiterkollegen Huang Zuping auf seinem Hof in Riesenbeck zu Gast. Paul Schockemöhle stellt Zhao Zhiwen Anlage und Pferde in Mühlen zur Verfügung. In der deutschen Domäne Reitsport haben die Chinesen in Hongkong trotzdem keine Medaillenchancen.