Ausgerechnet ein Sachsen-Anhalter sorgte in dem bisher so enttäuschenden deutschen Schwimmteam gestern für einen Lichtblick. Dem Hallenser Paul Biedermann glückte über 200 Meter Freistil der Sprung ins heutige Finale. Am Ende wurde für ihn mit 1 : 46 : 41 Minuten die fünftbeste Zeit registriert – nur 13 Hundertstelsekunden hinter dem Überschwimmer Michael Phelps ( USA ).

Nach seiner glänzenden Vorstellung im Halbfi nale (" Ich bin die ersten 100 Meter schon sehr schnell angegangen, wollte nicht in den Wellen der Konkurrenz hinterherhecheln ") strahlte der 20-J ährige : " Ich bin hierhergekommen, um mich mit den Weltbesten zu messen. Alles, was jetzt noch kommt, ist ein Extra. "

Der Mann vom SV Halle, in diesem Jahr schon Europameister auf dieser Strecke, kennt auch vor den US-Amerikanern und den Australiern keinen Respekt. " Ich habe keine Angst vor denen. Im Gegenteil. Ich freue mich wirklich auf die Auseinandersetzung mit ihnen. Im Wettkampf habe ich richtigen Spaß. " Eine Haltung, die im deutschen Team nicht sehr verbreitet ist ...

Als er von Journalisten nach seinem Erfolgsrezept gefragt wurde, lächelt der Zivildienstleistende nur : " Weil ich mit Frank Embacher zu Hause den besten Trainer der Welt habe. "