Halberstadt l Mit einem blauen Auge, sozusagen dick geschwollen und blutunterlaufen, ist der Regionalligist davon gekommen, bedeutet die siebte Heimniederlage in Serie doch trotzdem den Klassenerhalt. Grund: Die anderen Ergebnisse spielten dem VfB Germania in die Karten.

Außerdem treffen am letzten Spieltag mit Hertha II und Lok Leipzig zwei hinter Halberstadt platzierte Teams aufeinander, die sich gegenseitig die Punkte wegnehmen, so dass auf jeden Fall einer der Genannten nicht mehr an den Vorharzern vorbeikommt. Glück gehabt. Entsprechend ordnete es auch der sportliche Leiter Stephan Grabinski ein: "Das ist schon eine merkwürdige, beinahe unangenehme Situation, dass man trotz einer weiteren Niederlage gerettet ist."

Drei krasse individuelle Fehler bei VfB Germania Halberstadt

Die Partie gegen den Meister bot anfangs viel Offensive. Neustrelitz präsentierte sich keineswegs zurückhaltend, im Gegenteil, man störte die Germania weit in deren Hälfte. Beide Seiten hatten schon zu Beginn gute Chancen. Nicolas Hebisch (Heber, 4.) und Florian Büchler (Kopfball, 5.) hätten ihre Farben durchaus in Fürhung bringen können.

An diesem Tag kosteten Halberstadt drei krasse individuelle Fehler ein besseres Resultat. Zuerst verlud Toptorjäger Velimir Jovanovic vor seinem 19. Saisontor Frederic Schütze (0:1, 24.), danach hatten zuerst Tino Schulze gegen den extrem quirligen Tony Fuchs (0:2, 28.) und Rico Steinhauer, der das entscheidendeKopfballduell verlor und so das 1:3 (47.) unfreiwillig einleitete, das Nachsehen. Die VfB-Viererkette hatte einen gebrauchten Tag erwischt. Hinzu kam, dass sich die Germania mit einer "Vielzahl einfacher und dummer Fehler" (Zitat Grabinski) alles selbst zerstörte, denn mindestens ein Punkt wäre drin gewesen.

Das 1:2 (41.) durch Carl-Christoph Labisch war gut herausgespielt, das in einer Phase, als die Vorharzer anschließend mit aller Macht auf den Ausgleich drängten. Das 2:3 durch Florian Büchler (75.) war wie so oft in der Saison zu spät, um noch etwas zu korrigieren. Trainer Achim Hollerieth zeigte sich enttäuscht: "Wir haben nicht überzeugend gespielt. Das hat mir überhaupt nicht gefallen."

Halberstadt: P. Nagel - Schütze (81. Bolivard), Steinhauer, Schulze (63. Gottschick), Stojanovic Fredin - Labisch, Schubert - Georgi, Büchler, J.Nagel - Worbs

Neustrelitz: Lowens - Novy, Franke, Morack (79. Schönwälder), Pütt (79. Cekirdek) - Weidlich (58. Adamyan), Skoda, Medjedovic, Fuchs - Hebisch, Jovanovic

Schiedsrichter: Gaunitz (Leipzig). Zuschauer: 549. Tore: 0:1 Jovanovic (24.), 0:2 Fuchs (28.), 1:2 Labisch (41.), 1:3 Hebisch (47.), 2:3 Büchler (75.). Gelb: Steinhauer, J. Nagel, Gottschick / Novy, Morack, Hebisch