Magdeburg l Der Versuch, sich mit Dimitris Polychroniadis über die 22 Punkte von Drew Maynard zu freuen, ist am Montag ziemlich kläglich gescheitert. Ja, so viele Punkte hatte er in keinem anderen der 20 Saisonspiele zuvor markiert. Ja, auf seiner Position als Power Forward "blüht er auf", sagt Polychroniadis. Und ja, Maynard war in Paderborn neben Point Guard Lamar Morinia effektivster Akteur der Otto Baskets.

Aber drei positive Faktoren reichten letztlich nicht, um den 24-Jährigen zu loben. "Er hat sich auch fünf Turnover (Ballverluste) geleistet", berichtet der Coach im Rückblick auf die 92:102-Niederlage am Sonnabend. Und auch Maynard fehlte die Treffsicherheit , als der gesamten Mannschaft im zweiten Viertel die Präsenz unterm eigenen und unter dem gegnerischen Korb abhanden gekommen war.

Dabei spielt Maynard noch in Magdeburg, weil es sein Coach so wollte. "Er stand zwischenzeitlich auf der Kippe, aber er ist ein sehr guter Trainingsspieler", argumentierte Polychrondiadis gegen die Verantwortlichen der Otto Baskets. Der 44-Jährige verwies zudem darauf, dass sich das Team nach der Verletzung von Richard Fröhlich und nach dem Abgang von Kevin Wysocki neu erfinden musste. Maynard war lange Zeit die einzige Alternative als Center für Edward Seward. Jetzt darf der Zwei-Meter-Mann seine Stärken als Power Forward ausspielen. Aber bei allem positiven Gesamteindruck steckt auch bei ihm der Teufel im Detail.

Polychroniadis hofft auf Genesung seiner Spieler

Im Spieldetail sind die Baskets am Sonnabend im zweiten Viertel gescheitert (15:32). "Es gab zwei Phasen, erst einen 10:4- und dann einen 10:0-Lauf der Paderborner", so Polychroniadis. Einmal scheiterten die Gastgeber zwar erst per Dreier, gewannen dann aber die Rebounds zum Erfolg - viermal in Folge. Das andere Mal drehte Ricky Taylor auf, markierte allein in diesem Abschnitt zehn seiner 13 Zähler. Alles zusammen dauerte sieben Minuten. "Die Mannschaft muss sich wehren", sagt Polychroniadis - schon am Freitag ab 19 Uhr in der Gieselerhalle gegen die Academics Heidelberg.

Dazu hofft er auf die Rückkehr der drei angeschlagenen Akteure. Nach den gestrigen Untersuchungen in der Klinik in Vogelsang konnte Otto-Manager Peter Bogel zumindest eher Erfreuliches berichten. Martin Volf "hat sich die Kniescheibe geprellt, für seinen Einsatz am Freitag bin ich guter Dinge". Auch Larry Wright und Kevin Schweiger (beide Knöchel) könnten rechtzeitig zur Heidelberg-Partie fit werden. Zumindest ist bei beiden keine Fraktur festgestellt worden.

Eine "Genesung" erhofft sich Polychroniadis zudem von Edward Seward. Gegen Paderborn durfte der Center erneut nur vier Minuten spielen. Seward ist in der vergangenen Woche zum zweiten Mal Vater geworden, er laborierte an Knieproblemen. Aber das lässt Polychroniadis nicht gelten dafür, dass "er derzeit körperlich anwesend ist, aber geistig nicht". Zumal auch deshalb die Qualitäten von Leonard Washington nicht ausreichend zum Tragen kommen.

"Die Zeit der Ausreden ist vorbei", betont Polychroniadis also. "Jetzt muss Leistung kommen." Manager Bogel glaubt an die Leistung des Teams, das derzeit den ersten Abstiegsplatz belegt: "Ich bin für den Kassenerhalt weiter optimistisch."