Belgrad - Sasa Obradovic saß nach der Basketball-Lehrstunde bei Roter Stern Belgrad fassungslos auf der Bank. Diese 69:86-Niederlage bei seinem Heimat-Club an seinem 46. Geburtstag musste der Trainer des Pokalsiegers ALBA Berlin erst einmal verdauen.

"Wir hatten viel zu viele Ballverluste. Wir sind Opfer der Pionir-Halle geworden", erkannte der Serbe, "so eine Atmosphäre habe ich schon lange nicht mehr erlebt." ALBA-Sportdirektor Mithat Demirel meinte: "Wir brauchen Spiele wie heute, um das zu lernen."

In Belgrad ließen sich die Berliner vor allem in der Anfangsphase von der Kulisse und der aggressiven Verteidigung des Gegners einschüchtern. "Auf Euroleague-Niveau muss man die Reife haben, das eigene Spiel auch gegen einen aggressiven Gegner durchzudrücken", kritisierte Demirel. Trotz der dritten Niederlage in der Euroleague-Zwischenrunde bleiben die Berliner mit zwei Siegen auf Platz sechs der Gruppe E. Die jeweils vier besten Teams der beiden Gruppen qualifizieren sich für das Viertelfinale.

Derweil kann sich ALBA über den Verbleib von Alex Renfroe bis zum Saisonende freuen. Wie der Verein am Freitag bekanntgab, wird der Vertrag des Amerikaners verlängert. Dessen viermonatiger "Kurzarbeiter"-Vertrag wäre am Samstag ausgelaufen. ALBA hatte Renfroe wegen der Verletzungen mehrerer Spieler zu Saisonbeginn zunächst für vier Monate nachverpflichtet. In dieser Zeit entwickelte sich der 28-Jährige zu einer wichtigen Stütze im Spiel. Der Amerikaner erzielte im Schnitt 9,4 Punkte und 5,0 Vorlagen pro Spiel. Vojdan Stojanovski wird hingegen den Club verlassen und zum BC Andorra nach Spanien wechseln.