Düsseldorf - Das Marathon-Experiment des diplomierten Physikers Jan Fitschen ist nur zum Teil gelungen. "Ich bin 1000 Tode gestorben und froh, dass ich durchgekommen bin", sagte der 34-jährige 10 000-Meter-Europameister von 2006 nach seinem Debüt über 42,195 Kilometer in Düsseldorf.

Bei Temperaturen von 27 Grad Celsius und teilweise starkem Wind musste sich der Wattenscheider mit einer Zeit von 2:20:15 Stunden und Rang acht zufriedengeben. Der Hitze Tribut zollen mussten auch die Spitzenläufer. Sieger wurde der Kenianer Nahashon Kimaiyo in 2:10:53 Stunden. Überraschend auf Platz zwei lief der Ukrainer Wasyl Remschuk (2:13:08) vor Jonathan Yego aus Kenia (2:13:49). Bei den Frauen gewann souverän die äthiopische Favoritin Merima Mohammed in 2:28:14 Stunden. Die erst 18-jährige Afrikanerin kam mehr als fünf Minuten eher ins Ziel als Leah Malot aus Kenia (2:33:20) und die Polin Agnieszka Gortel (2:33:46).

"Bei 15 Kilometern habe ich gedacht, es geht nicht mehr. Und auch danach hatte ich immer wieder Hänger. Ich bin heilfroh, durchgekommen zu sein", berichtete Fitschen nach seinem ersten Marathon-Abenteuer und klagte über die schwierigen Bedingungen: "Wenn keine Sonne da war, kam der Wind von vorne. Es war alles andere als optimal."

Anvisiert hatte er eine Zeit um 2:16 Stunden. Mit einer Halbmarathon-Zeit von 67:14 Minuten lag Fitschen noch gut auf Kurs. "Ich werde das Experiment noch einmal machen. Im Herbst laufe ich den nächsten Marathon", kündigte Fitschen an, der in der Vorbereitung zwischen 220 und 230 Kilometer wöchentlich trainiert hat.

Obwohl die Marathon-Premiere nicht glänzend war, ist sie für Fitschen doch besser gelaufen als die vor neun Jahren von Dieter Baumann: Der 5000-Meter-Olympiasieger von 1992 musste bei seinem Marathon-Einstand 2002 aufgeben. "Mein Ziel ist es, bei den Olympischen Spielen 2012 in London dabei zu sein und bei City-Marathons in der zweiten Reihe zu laufen", sagte Fitschen. Die Olympia-Norm wird erst im Juli endgültig festgelegt, dürfte aber bei 2:12 Stunden liegen.