Stuttgart - Für Nico Hülkenberg wird ein Wunsch Wirklichkeit: Der "Porsche-Fan" darf trotz seines Formel-1-Engagements mit Force India für den Stuttgarter Sportwagen-Spezialisten beim Langstreckenklassiker in Le Mans starten.

"Porsche und Le Mans - diese Verbindung übt wahrscheinlich auf jeden Rennfahrer eine große Faszination aus", sagte Hülkenberg. "Ich bin schon lange Porsche-Fan und habe die Rückkehr in die LMP1-Klasse entsprechend intensiv verfolgt. Dabei wuchs der Wunsch, dieses Auto in Le Mans fahren zu können."

Im kommenden Jahr darf Hülkenberg nun Mitte Juni bei dem legendären 24-Stunden-Rennen in Nordfrankreich den dritten Porsche 919 Hybrid steuern. Offen ist noch, wer seine Teamkollegen werden. Hülkenberg ist seit 2009 der erste Grand-Prix-Pilot, der parallel auch in Le Mans antreten darf. Um sich optimal darauf vorbereiten zu können, soll der 27-Jährige aus Emmerich am 2. Mai das Sechsstundenrennen in Spa-Francorchamps mit der zweiten Generation des Le-Mans-Prototypen bestreiten. Hülkenberg verfügt bereits über erste Erfahrungen mit einem Porsche-Sportwagen. 2010 testete er einen 911 GT3-R Hybrid auf der Nürburgring-Nordschleife.

Hülkenberg freut sich auf diesen reizvollen und sportlich extrem anspruchsvollen Abstecher in die höchste Sportwagen-Serie. "Ich bin sehr froh, dass der Formel-1-Kalender dieses Engagement 2015 zulässt, und ich bin meinem Formel-1-Team Sahara Force India sehr dankbar für die Freigabe", sagte er. "Das ist nicht selbstverständlich." Nun liege es an ihm, hart zu arbeiten, um beiden Engagements gerecht zu werden.

Hülkenbergs Hauptaufgabe bleibt aber die Formel-1-Weltmeisterschaft mit Force India. In der soeben in Abu Dhabi zu Ende gegangenen Saison belegte der ehemalige GP2-Champion mit 96 Punkten den neunten Gesamtrang. Force India kam in der Team-Wertung auf Platz sechs.

Fritz Enzinger, der Leiter des LMP1-Projekts, versicherte, Porsche habe "vollstes Vertrauen" in Hülkenbergs fahrerische Qualitäten. "Er wird auch ganz bestimmt gut in unser Werksteam passen. Der Integrationsaspekt ist im Langstreckensport extrem wichtig." Für einen Formel-1-Piloten sei es ungewohnt, dass sein Ergebnis "nur so gut sein kann wie die Summe aus den Leistungen von drei Fahrern".

Teamchef Andreas Seidl bezeichnete "das Interesse von einem weiteren Weltklassefahrer wie Nico" auch als eine Bestätigung für die Arbeit der gesamten Porsche-LMP1-Mannschaft. Das Team werde Hülkenberg auf die neuen Herausforderungen vorbereiten. In Le Mans fahren gleichzeitig die um einiges langsameren GT-Autos. Zudem steht eine lange Nachtphase an.