Madrid - FIFA-Präsident Joseph Blatter hat sich für einen europäischen Gastgeber der Fußball-WM 2018 ausgesprochen.

"Es ist noch nicht entschieden, aber es ist eine Idee, um die Arbeit der FIFA und des Exekutivkomitees zu erleichtern", sagte Blatter nach einem Treffen mit dem spanischen Ministerpräsidenten José Luis Rodriguez Zapatero in Madrid. Er habe diesbezüglich schon mit UEFA-Präsident Michel Platini gesprochen.

Aus Europa bewerben sich derzeit England, Russland sowie die Doppel-Kandidaten Spanien-Portugal und Niederlande-Belgien um die Ausrichtung der WM 2018 oder 2022. Internationale Konkurrenten sind Australien, Japan und die USA für 2018 und zusätzlich Südkorea, Katar und Indonesien für 2022. Sollte das Exekutivkomitee um Franz Beckenbauer einem europäischen Kandidaten den Zuschlag für 2018 geben, würde die WM vier Jahre später sicher nicht erneut in Europa stattfinden.

Vor der Vergabe der WM 2006 an Deutschland hatte sich der europäische Kontinental-Verband auf den DFB als einzigen Kandidaten Europas festgelegt und mit dieser Strategie im Wettkampf mit Südafrika Erfolg gehabt. England musste zurückstehen. Anschließend beschloss die FIFA das kontinentale Rotationsprinzip, wodurch für 2010 (Südafrika) und 2014 (Brasilien) nur Bewerbungen aus einem Kontinental-Verband zugelassen wurden. Dieses Prinzip hatte die FIFA im Herbst 2007 wieder gekippt.

Blatter machte in Madrid den einst von ihm kritisierten Doppel-Ausrichtern Hoffnung. "Die Geschichte hat gezeigt, dass die von zwei Ländern veranstalteten EM 2000 und 2008 Erfolge waren", sagte Blatter. Die WM hatte bislang nur 2002 in Südkorea und Japan zwei gleichzeitige Gastgeber gehabt.