Bayreuth - Ein Forschungsprojekt der Welt-Anti-Doping- Agentur (WADA) soll neue Wege im Kampf gegen Blutmanipulationen aufzeigen.

Mit dem 200 000-Euro-Auftrag untersuchen Sportmediziner der Universität Bayreuth, ob sich eine von ihnen entwickelte Methode zur Bestimmung des Hämoglobin-Anteils auch für eine breit angelegte Analyse-Methode eignet, teilte die Hochschule in Bayreuth mit. Mit einer relativ kostengünstigen und einfach anzuwendenden Methode werde es möglich, künftig alle Profisportler regelmäßig Blutanalysen zu unterziehen.

In Zusammenarbeit mit allen süddeutschen sportmedizinischen Instituten und dem Australian Institute of Sport soll das neue Verfahren zunächst bei gut 300 Sportlern getestet werden. Die Erhöhung des Hämoglobin-Anteils - der roten Blutkörperchen - führe zu höherer Ausdauerleistungsfähigkeit, erklärte Sportmediziner Walter Schmidt. "Die Hämoglobinmenge ist zum Großteil genetisch bedingt und kann durch Training nur leicht verändert werden."

Wesentlich effektiver seien dagegen Manipulationen mit dem blutbildenden Hormon EPO oder mit Eigenbluttransfusionen. Mit der neuen Methode sollen auffällige unphysiologische Abweichungen der Hämoglobinmenge festgestellt werden, um so verdächtige Sportler zu identifizieren und gezielten zu untersuchen.