Berlin ( SID ). Die Dopingopfer sprechen von " politischer Perversion " und " Vertuschung ", die Grünen im Bundestag von einer " Schwamm-drüber-Mentalität " : Mit ihrer Erklärung zur Beteiligung am Dopingsystem der DDR haben fünf Leichtathletik-Trainer ein 20-jähriges Versteckspiel beendet und zugleich tiefe Gräben in der deutschen Sportpolitik sichtbar werden lassen.

Ohne Einbeziehung der Geschädigten sei zugunsten der genannten Trainer eine " Lösung " konstruiert worden, die " nicht dazu taugt, eine Annäherung von Tätern und Opfern herbeizuführen ", schreiben die Dopingopfer Andreas Krieger und seine Frau Ute Krieger-Krause in einem offenen Brief an Innenminister Wolfgang Schäuble, DOSB-Präsident Thomas Bach sowie DLV-Präsident Clemens Prokop.

Das Magdeburger Ehepaar wirft Schäuble und den beiden Sportpolitikern vor, sie unternähmen einen " durchsichtigen Versuch, ihren Anteil an der nunmehr zwei Jahrzehnte währenden Ignoranz gegenüber den Opfern, an der Duldung eines ebenso lange währenden Leugnens beteiligter Trainer, an mutmaßlichen jahrelangen Verstößen gegen die Antidopingklauseln in den Zuwendungsbescheiden des BMI an die Sportverbände, mithin an der missbräuchlichen Verwendung von Steuergeldern, zu vertuschen. "

Bach wies den Vorwurf der Ignoranz in einem Antwortschreiben zurück. Er erinnerte daran, dass der Deutsche Olympische Sportbund ( DOSB ) bereits unmittelbar nach seiner Gründung im Jahr 2006 das Gespräch mit den Opfern gesucht habe, deren Ergebnis eine Entschädigungszahlung war. " Angesicht Ihres persönlichen Schicksals habe ich viel Verständnis für Ihre Haltung. Allerdings werbe ich auch bei Ihnen um Verständnis, wenn möglich sogar Versöhnung, nicht jedoch Vergessen. " Zugleich versicherte Bach : " Jeder Einzelfall wird von unserer unabhängigen Doping-Kommission geprüft. "