La Plagne - Weltmeister Francesco Friedrich darf sich nun auch Europameister im Zweierbob nennen. Mit dem zweiten Weltcup-Sieg in diesem Winter gewann der Oberbärenburger in La Plagne zugleich die parallel ausgetragene EM-Wertung.

Mit Anschieber Martin Grothkopp hatte er vier Hundertstelsekunden Vorsprung vor dem Letten Oskars Melbardis aus Lettland. Dritter wurde der Schweizer Rico Peter, dessen Landsmann Beat Hefti als Titelverteidiger nur Fünfter wurde. EM-Debütant Nico Walther aus Riesa kam mit Marko Hübenbecker auf Rang sieben, was in der EM-Wertung Rang sechs bedeutete. Mit der Starttagesbestzeit von 6,86 Sekunden überzeugte Johannes Lochner bei seiner EM-Premiere. Der Stuttgarter landete mit Joshua Bluhm als Gesamtneunter auf Rang sieben des EM-Klassements.

"Mit dem Start können wir nicht ganz zufrieden sein, umso mehr mit der Fahrleistung und dem Material. Es fehlte beim Start das Timing, und auch die Lauflänge stimmte nicht. Aber der Trend geht weiter nach oben", sagte Friedrich, der im zweiten Lauf etwas länger auf den ersten 50 Metern lief und sich um vier Hundertstel verbesserte. Genau diese Zeit rettete er als Vorsprung vor Melbardis ins Ziel.

Auf der ruppigen Bahn in den französischen Savoyen, wo letztmals 2012 ein Weltcup stattfand, blieb Friedrich gelassen an den Lenkseilen und bewies im zweiten Lauf mal wieder Nervenstärke. Nur der Rückstand am Start, eigentlich die Stärke von Friedrich, wurmte ihn. "Wir müssen uns jetzt noch etwas Athletik holen, dann können wir auch da wieder unsere Stärken ausspielen", meinte der Sachse.

Er wird wie Europameisterin Anja Schneiderheinze das Weltcup-Finale in Sotschi auslassen. "Wir gehen da zwar hinsichtlich der Weltranglistenpunkte ein kleines Risiko, doch sie sollen sich gezielt auf die WM vorbereiten", meinte Cheftrainer Christoph Langen.

Im Viererbob-Wettbewerb an diesem Sonntag will Friedrich dann wieder "eine Ideallinie ins Eis ziehen". Doch die Olympia-Bahn von 1992 "ist nicht optimal. Sie hat enorm viele Schläge drin", betonte Anschieber Grothkopp. Am Samstagmorgen war schon der Skeleton-Wettbewerb der Frauen vom Weltverband FIBT abgesagt worden. "Leider", meinte die Suhlerin Sophia Griebel. Doch während die Bobs höher gebaut sind, bewegen sich die Köpfe der Skeleton-Pilotinnen nur wenige Zentimeter über dem Eis. "Die Bahn ist sehr ruppig, doch wir haben ja wenigstens noch eine Federung dazwischen", meinte Friedrich mit Blick auf seine Kufenkollegen. Die EM der Frauen wird voraussichtlich in der kommenden Woche beim Weltcup in Innsbruck/Igls nachgeholt.