Winterberg - Das Familien-Gen scheint zu wirken. 24 Jahre nach dem Zweierbob-Weltmeistertitel von Onkel Rudi in Altenberg fuhr Neffe Johannes Lochner sensationell auf das WM-Podium. Der kometenhafte Aufstieg nach nur vier Weltcup-Rennen des 24-Jährigen endete furios mit Silber.

Nach vier Durchgängen war er bei der WM in Winterberg zeitgleich mit dem Weltcup-Gesamtsieger Oskars Melbardis aus Lettland. Während der überragende Pilot dieser Saison bitterlich weinte, wusste Lochner nicht wohin mit seinen Glücksgefühlen. "Ich kann es nicht glauben, so etwas habe ich noch nicht erlebt. Das ist alles ein Traum", sagte der für den Bob-Club Stuttgart Solitude startende Berchtesgadener.

Schon im Training deutete Lochner mit Bestzeiten sein Potenzial an. Bei schlechten Wetterbedingungen in den ersten beiden Rennläufen überzeugte er zwar am Start, leistete sich aber aufgrund fehlender Erfahrung einige Patzer an den Lenkseilen. "Doch die Bahn gefällt mir, heute hat einfach alles gepasst", meinte der Bayer, der im zweiten Durchgang in 5,16 Sekunden wie Melbardis Startbestzeit schob. Völlig überwältigt von seinen Gefühlen war der olympia-erfahrene Joshua Bluhm. "Mir zittern immer noch die Knie, mein Mund ist trocken. Ich muss erst mal zu Hause anrufen", meinte der Anschieber.