Winterberg - Weltverbandschef Ivo Ferriani plant vor den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang 2018 umfassende Reformen für den Bob- und Skeletonsport.

Die Ziele: Temporäre Eiskanäle mit erneuerbaren Energien, sportartenübergreifende Wettkämpfe und der Erhalt der Kufensportler in der olympischen Familie. Selbst olympische Team-Wettkämpfe mit den Rodlern sind nach diesen Plänen des FIBT möglich. "Wir haben einige Ideen mit unseren Freunden vom Rodel-Weltverband FIL, dass vielleicht ein Finale der besten Kufensportler, egal ob Rodler, Skeletoni oder Bobpiloten so eine Art Premiere in den Eiskanal bringen", sagte FIBT-Präsident Ivo Ferriani der Deutschen Presse-Agentur.

Eines der Hauptprobleme bleibt aber der Bau der kostenintensiven Kunsteisbahnen am jeweiligen Olympia-Austragungsort. "Wir müssen die Probleme mit den teuren Bahnen in den Griff bekommen. Wir analysieren gerade die Problematik mit einer Art Legosystem. Experten aus Lausanne und eine angesetzte Brainstorming-Gruppe suchen gerade nach Möglichkeiten", bestätigte der 55-jährige Italiener.

Er glaubt, dass die gewaltigen Baukosten "auf gut 40 Prozent reduziert werden könnten. Dazu kommt die Unterhaltung mit Solar- und erneuerbaren Energien - das muss die Zukunft sein." Zudem will er die Kosten für die Bahnarbeiter durch eine koordinierte und weltweite Planung zusammen mit der FIL optimieren.

Parallel dazu soll der paralympische Bobsport im Mono-Schlitten weiter entwickelt werden. Das gehe jedoch nur mit einer gewissen Vorbildfunktion im Einsitzer-Bob. "Mit gleichem Schlitten und gleichen Kufenmaterial, das ausgelost wird, wäre es eine Idee für die Zukunft", betonte der ehemalige Bobpilot, Trainer und spätere Funktionär, der seit September 2010 FIBT-Präsident ist.

Allerdings bleibe der Viererbob die Königsdisziplin. Vorstellbar wäre für ihn aber, dass "die Frauen neben Zweierbob auch Monobob fahren. Wir sind ein dynamischer Verband, der immer nach Lösungen sucht."

Keine Luft lässt er an die Diskussionen, dass die Kufensportler aus Kostengründen die olympischen Wettkämpfe außerhalb des Austragungslandes absolvieren. "Mit der Agenda 2020 gibt es neue Vorschläge, doch wir müssen unbedingt den olympische Spirit, den olympischen Gedanken halten. Unser Sport muss zur olympischen Familie gehören."

Wenig Probleme erwartet der FIBT-Präsident durch eine mögliche Termin-Kollision mit der im Winter 2022 stattfindenden Fußball-WM in Katar. "Es ist ein Thema, doch es spielt im November oder Dezember keine so große Rolle für uns. Bei uns ist im Januar und Februar Hochsaison. Wenn wir zum Beispiel in Nordamerika fahren würden, haben wir auch eine andere TV-Zeit, da gibt es sicherlich Lösungen."