Rybinsk - Nur ein zu kurz geratener Ausfallschritt kostete Steffi Böhler einen weiteren Podestplatz in Rybinsk. Doch die Enttäuschung darüber hielt sich bei der 33-Jährigen in Grenzen.

Denn mit Rang drei über 10 Kilometer, Platz 16 als beste Deutsche im Sprint und Rang vier zum Abschluss am Sonntag im Skiathlon über jeweils 7,5 Kilometer in beiden Laufstilen präsentierte sich Böhler beim Langlauf-Weltcup in Russland bereits in WM-Form. Bundestrainer Frank Ullrich geriet ins Schwärmen. "Ich habe absolute Hochachtung vor ihrer Leistung", meinte der Coach.

"Ich weiß auch nicht warum, aber hier läuft es immer besonders gut. Die Strecken liegen mir und das Publikum treibt mich voran. Es ist einfach ein Erlebnis, in Rybinsk zu starten", meinte Böhler, die beide Weltcup-Einzel-Podestplätze ihrer sich dem Ende zuneigenden Karriere dort holte. Beinahe hätte sie das Wochenende noch mit einem weiteren dritten Rang gekrönt, doch die Finnin Riita-Liisa Roponen verhinderte auf der Ziellinie das neuerliche Erfolgserlebnis der Schwarzwälderin und war um 0,1 Sekunden schneller.

"Wir wissen doch alle, wo sie herkommt. Deshalb ist der vierte Rang keine Enttäuschung, sondern ein großartiges Ergebnis. Sie entwickelt mittlerweile den Drang zum Podium und das ist entscheidend", lobte Ullrich.

In Abwesenheit der norwegischen Top-Läuferinnen um Weltcup-Spitzenreiterin Marit Björgen und Therese Johaug hatten die Athletinnen anderer Nationen die Chance zum Sieg und nutzten sie. Den Sprint gewann Jennie Oeberg aus Schweden, im Skiathlon war die Russin Julia Tschekalewa die Beste. Traurig war Claudia Nystad, die bei ihrem Comeback nach der Sturzverletzung von der Tour de Ski nicht an die davor gezeigten Leistungen anknüpfen konnte. "Sie hat natürlich gehofft, dass sie sofort wieder mithalten kann. Aber der Körper lässt sich nicht überlisten. So ein Sturz und die Verletzung gehen nicht spurlos an einem vorüber", meinte Ullrich.

Tim Tscharnke fand nach seinem Sieg auf der vorletzten Tour-de- Ski-Etappe in Rybinsk nicht in die Erfolgsspur. "Es war wohl eine Kombination aus nicht ganz zurückgewonnener körperlicher Frische und nicht so optimalem Material. Er hat ganz schön geschimpft", erklärte der Bundestrainer den 29. Platz des Biberauers. Die Siege gingen an den Italiener Federico Pellegrino im Sprint und an Maxim Wylegschanin im 30-Kilometer-Skiathlon.

Die deutsche Mannschaft bereitet sich nun zwei Wochen lang auf die WM in Falun im italienischen Lavaze auf 1800 Meter Höhe vor. Sorgen bereitet derzeit der Gesundheitszustand von Stefan Dotzler, der sich nach wie vor nicht gut fühlt. Eine endgültige WM-Nominierung will Ullrich erst unmittelbar vor den Titelkämpfen am 15. Februar vornehmen.