Val di Fiemme - Beste Freunde werden Fabian Rießle und Jörgen Graabak ganz sicher nicht. Beim Weltcup der Nordischen Kombinierer in Val di Fiemme zockte der Norweger im Zielspurt des Team-Sprints den 24-Jährigen schon wieder ab und sicherte Norwegen I mit Jan Schmid den Sieg.

"Der Tag der Abrechnung kommt irgendwann, ich schwör`s", sagte Rießle nach der knappe Niederlage um 0,9 Sekunden.

Für Rießle, der zusammen mit Manuel Faißt lief, war es ein Déjà-vu: Denn schon bei den Olympischen Winterspielen in Sotschi hatte sich Schlussläufer Rießle seinem Rivalen Graabak im Foto-Finish geschlagen geben müssen. Das war ihm auch beim Weltcup im vergangenen Dezember in Ramsau passiert.

Rießle war damals wie heute von vorn gelaufen und wurde vom norwegischen Doppel-Olympiasieger noch überholt. "Mein Plan war, dass ich nicht als Erster in die Abfahrt gehe. Es hat sich rausgestellt, dass der, der als Dritter in die Abfahrt geht, die höchsten Geschwindigkeitsreserven hat. Das hat Graabak heute wieder in die Karten gespielt", analysierte Rießle in der ARD seinen nicht aufgegangenen Plan.

Beim letzten Weltcup-Teamsprint vor der Weltmeisterschaft (18. Februar bis 1. März in Falun) ließ das einzige deutsche Duo nach dem Springen von der Großschanze und dem anschließenden Lauf über 2 x 7,5 Kilometer aber zumindest die österreichischen Sprungsieger Bernhard Gruber und Sepp Schneider (+ 1,6 Sekunden) hinter sich. "Ich bin sehr zufrieden, denn wir haben nicht unser stärkstes Team aufgestellt und trotzdem um den Sieg gekämpft", sagte Bundestrainer Hermann Weinbuch.

Nicht am Start war Olympiasieger Eric Frenzel. Er wurde mit Blick auf die WM geschont. "Eric ist top fit, aber wir wollen kein Risiko eingehen. Er hat zuletzt so viele Wettkämpfe absolviert, da ist es gefährlich, dass man die Form verliert und krank wird. Deshalb haben wir ihn geschont", erklärte Weinbuch.

Bei strahlendem Sonnenschein und besten Bedingungen hielt der Vorsprung des Spitzen-Duos gegenüber den Verfolgern nicht lange. Bereits in der dritten von zehn Runden hatte sich eine Gruppe von sieben Läufern zusammengeschlossen. In der vorletzten Runde zogen Faißt und Österreich I und II sowie Norwegen I das Tempo an und rissen ein Loch. Im finalen Durchgang sprangen kurz vor Schluss Rießle, Graabak sowie Gruber weg und sprinteten um den Sieg.

"Wir haben eigentlich alles perfekt gemacht. Aber man muss ein bisschen später in die Abfahrt hinein, dann entsteht ein Sogeffekt und das hat der Graabak wieder perfekt gemacht. Da hatten wir keine Chance. Das haben wir eigentlich gewusst und nicht ganz optimal umgesetzt", übte Weinbuch einzig an diesem taktischen Verhalten seines Schützlings Kritik.