Leipzig - Neustart mit frischen Kräften: Der Skiverband geht nun auch bei den Langläufern neue Wege. Mit Janko Neuber (Männer) und dem Norweger Torstein Drivenes (Frauen) werden zwei Leitende Disziplintrainer ab der kommenden Saison das sportliche Sagen haben.

Einen übergeordneten Cheftrainer wie den wegen verbandsinterner Differenzen zurückgetretenen Frank Ullrich wird es nicht mehr geben. Damit nähern sich die Sparten Biathlon und Langlauf nun auch strukturell weiter an.

"Nach den medaillenlosen Weltmeisterschaften in Falun und den vor allem im Männer-Bereich nicht zufriedenstellenden Saisonergebnissen im Weltcup mussten wir handeln. Zum Anforderungsprofil gehörte, dass beide Trainer eine gemeinsame Philosophie haben und Erfahrung im Geschäft mitbringen", sagte Karin Orgeldinger, die Sportdirektorin des Deutschen Skiverbandes (DSV), der Deutschen Presse-Agentur.

Mit dem 43 Jahre alten Neuber fand man einen geeigneten Mann im eigenen Haus. Der Oberwiesenthaler war bereits unter der Regie des ehemaligen Bundestrainers Jochen Behle für die Frauen zuständig und coachte danach den Anschlusskader.

Mit der Verpflichtung von Drivenes gelang dem DSV ein Coup. Der 29-jährige Norweger arbeitete zuletzt mit dem U23-Team der Schweiz. "Wir wollten bei unserem Neustart auch einen Input von außen haben. Deshalb haben wir gesucht und uns Empfehlungen geben lassen. Auch wenn er noch relativ jung ist, ist Drivenes bereits ein erfahrener und erfolgreicher Trainer. Und die Verständigung auf Deutsch klappt ebenfalls schon gut", berichtete Orgeldinger.

Der ehemalige Athlet arbeitete zunächst als Trainer in Lillehammer und war maßgeblich an der Entwicklung der heutigen Top-Läufer Martin Johnsrud Sundby und Surje Röthe beteiligt. In der Schweiz arbeitete er teilweise auch mit Dario Cologna zusammen. "Er ist ein sehr gut strukturierter und kommunikativer Trainer. Und er hat einen Plan, in den er das bisher Erreichte der Damen-Mannschaft einfließen lassen wird", erklärte die DSV-Sportdirektorin. Das Team um Denise Herrmann und Nicole Fessel hatte in der vergangenen Saison mit konstant guten Resultaten aufgewartet, bei der WM in Schweden aber nicht das Leistungspotenzial ausgeschöpft.

Die beiden Leitenden Disziplintrainern sollen nun gemeinsam versuchen, dem deutschen Langlauf zu neuen Erfolgen zu verhelfen. "Wir erwarten uns hier schon ein enges Miteinander des kompletten Teams", bemerkte Orgeldinger. In der Saison ohne Titelkämpfe - die Tour de Ski Anfang Januar und die Nordamerika-Tour im März sind die Wettkampf-Höhepunkte - haben sie Zeit, ihre Philosophie auf die Mannschaft zu übertragen. Bernd Raupach und Markus Hofmann werden als Stützpunkt- und Co-Trainer arbeiten. Der bisherige Cheftechniker René Sommerfeldt übernimmt den C-Kader. Dessen Job übernimmt Chris Hönig.