Vail(dpa) - Mit dem Super-G der Damen beginnen bei den alpinen Ski-Weltmeisterschaften im US-Bundesstaat Colorado am Dienstag die Medaillenentscheidungen.

Wer beim Saisonhöhepunkt die größten Aussichten auf Plaketten hat, was für eine Atmosphäre erwartet wird und welche Rolle das deutsche Team spielen kann - die Deutsche Presse-Agentur beantwortet die wichtigsten Fragen.

Was wird Lindsey
Vonn
bei ihrer Heim-WM zugetraut?


In ihrer Comeback-Saison nach zwei Kreuzbandrissen wird von der US-Skiikone viel erwartet. Vonn feierte schon fünf Saisonsiege und ist in einer prima Form, in den Speeddisziplinen kommt unter normalen Umständen keine Konkurrentin an die Weltcup-Rekordhalterin heran. Sagenhafte 64 Weltcupsiege hat die 30-Jährige inzwischen gesammelt, WM-Goldmedaillen allerdings erst zwei. In ihrer Heimat dürften, wenn alles normal läuft, eine, wenn nicht sogar zwei weitere dazukommen.

Welche Chancen hat das deutsche Team?


Die Medaillenhoffnungen beschränken sich im Wesentlichen auf zwei Namen: Viktoria Rebensburg und Felix Neureuther. Rebensburg, Riesenslalom-Olympiasiegerin von Vancouver 2010, hat sich inzwischen zu einem Speed-Ass entwickelt und daher neben ihrer eigentlichen Spezialdisziplin Riesenslalom in Super-G und Abfahrt zumindest Außenseiterchancen. Neureuther gilt nach zwei Siegen und fünf weiteren Podestplätzen in acht Weltcup-Torläufen dieser Saison im Slalom als Gold-Kandidat, im Riesenslalom trotz deutlich schwächerer Ausbeute zumindest als Medaillenanwärter. Auch Fritz Dopfer kann in beiden Disziplinen vorne mitfahren.

Mit welchen Zielen startet der Deutsche Skiverband?


Alpindirektor Wolfgang Maier peilt drei Medaillen an, was einer realistischen Zielmarke entspricht. Eine soll bei den Männern geholt werden, eine bei den Frauen - und eine im Teamwettbewerb, der quasi zur WM-Halbzeit am 10. Februar auf dem Plan steht.

Wer zählt neben Lindsey
Vonn
zu den größten Gold-Favoriten?


Der Norweger Kjetil Jansrud dominierte in dieser Saison den Speedbereich bei den Männern, gewann auf der Streif und ist bei der WM Gold-Anwärter Nummer eins in Abfahrt und Super-G. Österreichs Marcel Hirscher, dank des Titels im Team und Gold im Slalom Doppel-Weltmeister vor zwei Jahren in Schladming, ist in den technischen Disziplinen immer für einen Sieg gut. Er reiste aber erkältet zur WM. Bei den Damen hat Slalom-Weltmeisterin Mikaela Shiffrin (USA) gute Chancen. Auch die Olympiasiegerinnen Tina Maze (Slowenien) und Anna Fenninger (Österreich) sollte man auf der Rechnung haben.

Wird\'s wieder eine so große Party wie 2013 in Schladming?


Wohl kaum. Bis zu 50 000 Zuschauer pro Rennen waren bei den Titelkämpfen im Skiland Österreich vor zwei Jahren gekommen, an diese Marke werden die Amerikaner schon aus Kapazitätsgründen nicht herankommen. Für gute Stimmung sollen aber zahlreiche Konzerte sorgen. In Beaver Creek, wo bis auf den Teamwettbewerb (Vail) alle Medaillenentscheidungen fallen, war am Wochenende allerdings noch wenig von WM-Atmosphäre zu spüren: Hinweisschilder oder Plakate zu den Titelkämpfen waren rar gesät. Auch die Skitouristen auf den Pisten konzentrieren sich bislang lieber auf sich selbst.

Wie kann man die WM in Deutschland anschauen?


ARD, ZDF und Eurosport übertragen die WM. Die öffentlich-rechtlichen Sender teilen sich die Titelkämpfe auf, das ZDF beginnt mit der ersten Woche. Dank der Zeitverschiebung von acht Stunden laufen die Rennen in Deutschland zur Prime Time. Die Wettkämpfe in den USA beginnen frühestens um 18.00 Uhr mitteleuropäischer Zeit, das Slalom-Finale der Herren am letzten Sonntag hat mit 22.30 Uhr die späteste Startzeit. Im TV übertragen ARD und ZDF rund 16 Stunden live, zudem gibt es auch Live-Streams im Internet.