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P16












Magdeburg



Ausstellung " Altarpositionen " rückt zum Domjubiläum fast vergessene Opfertische mit Kunstinstallationen in den Mittelpunkt
16 Altäre und ihre Geschichte (n)
Von Rainer Schweingel

800 Jahre Grundsteinlegung des Magdeburger Doms – das Jubiläumsjahr gewährt seit Monaten Einblicke auf die wechselvolle Geschichte des Gotteshauses. Seit gestern kommt eine Attraktion hinzu : In der Ausstellung " Altarpositionen " werden auf einem Rundweg 16 wertvolle, aber selten beachtete Altäre den Besuchern vorgestellt.

Altstadt. Der Magdeburger Dom - wer ihn betritt, wird von seiner ganz besonderen Atmosphäre eingefangen. Stille und Ruhe auf der einen Seite, Mächtigkeit und Dominanz der baulichen Hülle auf der anderen.


Da ist es nicht verwunderlich, dass nur wenige der Besucher auf ein Stück Domgeschichte aufmerksam werden, das sich ihnen neben Editha- und Kaiser-Otto-Grablege beim Rundgang ganz unscheinbar hier und da in den Nischen des Doms präsentiert : die Nebenaltäre. 48 hatte der Dom bis zur Reformation, heute sind es noch 16.

Altäre zeigen die Dynamik des Wandels

" Die Altäre waren fester Bestandteil des Kirchenlebens ", sagt Jutta Noetzel, Projektleiterin der Altarausstellung, und verloren mit der Reformation an Bedeutung. Unter Beratung der Kuratoren Friederike Börngen ( Magdeburg ) und Dr. Friedrich Weltziehn ( Berlin ) hat sie die eindrucksvolle und überraschende Ausstellung konzipiert. Im Ausstellungsführer beschreiben Jutta Noetzel und Dr. Friedrich Weltziehn die Altarausstellung u. a. so : " So stabil und unverrückbar die steinernen Tische auch erscheinen mögen – insbesondere die Nebenaltäre gehören keineswegs zum architektonischen Bestand des Kirchenbaus. Anders als Säulen und Kapitelle, Gewölbe, Türme und Figurenschmuck zeigen die Nebenaltäre über die vergangenen acht Jahrhunderte eine erstaunliche Dynamik. Sie kommen und gehen, sie werden durch den Kirchenraum gerückt, sie werden umgewidmet, Bildaufbauten hinzugefügt und wieder abgenommen. Hinzu kommen sich wandelnde Vorstellungen davon, was ein Altar sei, wie er liturgisch und anders zu nutzen ist, welche theologische und gesellschaftliche Bedeutung ihm zukommt. Wenn man das Leben des Magdeburger Domes im Zeitraffer betrachtete, dann wären es mehr als alles andere die Altäre, an denen die Umwälzungen der Geschichte und die Dynamik des Wandels im Inneren der unerschütterlichen Kathedrale erkennbar werden. " Die Ausstellung wird durch sieben Installationen zeitgenössischer Künstler ergänzt, die sich aus heutiger Sicht mit dem Altar beschäftigen. " Orte dieser Installationen sind Nebenaltäre, deren historischer Bildschmuck entweder im Laufe der Zeit verloren gegangen ist oder die womöglich niemals ausgeschmückt gewesen sind. Diese Kunstwerke sind ausdrücklich keine Altarbilder. Die Arbeiten wurden von den Künstlern speziell für diesen Ort und zu diesem Anlass geschaffen. Es ist eine Auseinandersetzung mit der Frage, was ein Altar uns heutigen Menschen bedeuten kann. Auf diese Weise entsteht ein Dialog durch die Jahrhunderte hindurch ", so Jutta Noetzel.

Ausstellung ist bis November zu sehen

Die Altarausstellung ist also ein Blick zurück mit einem voraus zu verstehen. Durchaus ein lohnendes Ziel für Magdeburg, auch wenn sie schon dutzende Male im Dom waren.

Die Altarausstellung wird sowohl dem regelmäßigen wie seltenen Kirchgänger überraschende Ansichten aufzeigen. Zeit dazu ist genug. Die Ausstellung ist zu den normalen Öffnungszeiten des Doms jederzeit und kostenlos bis November zu besichtigen. Am Kartentisch am Eingang gibt es einen begleitenden Flyer und einen Ausstellungsführer. Beide ermöglichen einen Rundgang auch ohne Führung.

Wer den Rundgang hinter sich hat, wird feststellen : So hat man den Dom noch nie gesehen.




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Dokument erstellt am 24.08.2009 um 06:00:54 Uhr
Erscheinungsdatum 24.08.2009 | Ausgabe: mdx


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