09. September 2010
Zum Beitrag " Fleischlos in Magdeburg ... ", Volksstimme vom 23. September, erreichte uns eine Reaktion von Dirk Cuno, Geschäftsführer Magdeburger Fleisch- und Wurstwaren GmbH " Delikata ". Am Donnerstag wird im Stadtrat ein interfraktioneller Antrag zur Ausrichtung eines Vegetariertages beraten. Dirk Cuno von Delikata schreibt dazu u. a .:
" Im Namen der Delikata- Mitarbeiter, der Fleischerinnung Magdeburg und den Fleischergeschäften in Magdeburg bitte ich auch Folgendes zu bedenken : Man sollte bitte bei der Umsetzung des Vorschlages, einen Vegi-Tag ( Vegetariertag, d. R. ) in Magdeburg einzurichten, auch an die ( geschätzt ) ca. 200 Beschäftigten des Fleischerhandwerkes im Stadtgebiet denken. Ich befürchte, dass eine Werbung für einen Vegi-Tag für uns Fachgeschäfte eine sehr negative Wirkung haben kann ", schreibt Dirk Cuno. Dieses Vorhaben sei dem Aufruf gleichzusetzen, an einem solchen Tag das Fleischerfachgeschäft zu meiden. Cuno weiter : " Die Folgen daraus muss ich nicht aufzählen. Diese Tatsache halte ich für sehr ungerecht, da gerade wir Handwerker damit bestraft werden, was die Lebensmittelindustrie verursacht hat. Es sind doch besonders die Discountanbieter, die Fleisch zur Ramschware und Wurst zu " E " -stabilisierten Langzeitprodukten gemacht haben. " In der Begründung zum Antrag würden Probleme angesprochen, mit denen man ebenfalls nicht einverstanden sei. " Wir haben auch große Bedenken, dass durch die Massenproduktion das ökologische Gleichgewicht gestört wird. Aus der Sicht des Handwerks ist nie eine Massentierhaltung nötig gewesen, und wir achten bei der Auswahl unserer Partnerunternehmen schon wegen unseres Qualitätsanspruches auf Tierschutzaspekte. Wir Handwerker gehören zum Stadtbild und haben eine lange Tradition. Wird nun der Verzicht auf tierische Lebensmittel aktiv beworben, wird unser Image sicher weiteren Schaden nehmen. Ich bin mir sicher, dass ein großer Teil der Magdeburger nicht den Untergang des Fleischerhandwerks wünscht ... Als Handwerker stellen wir uns natürlich auch neuen Herausforderungen. So zum Beispiel bieten wir schon seit längerem vegetarische Gerichte in unseren Imbissen an und setzen dabei auf Frische aus der Region ... Wir wären den Ratsmitgliedern dankbar, wenn sie bei ihrer Zusammenarbeit mit Gent in Erfahrung bringen könnten, wie die örtlichen Fleischereien mit dem Vegi-Tag umgegangen sind und wie diese sich eingebracht haben. Wir Handwerker würden uns einen, Tag der gesunden Ernährung ‘ wünschen, um die Vorzüge frischer pflanzlicher und tierischer Lebensmittel den Magdeburgern näher zu bringen und zu erklären, warum eine gute Wurst auch schlecht und Obst und Gemüse schrumpelig werden kann. Wir appellieren an den Stadtrat und bitten um einen maßvollen Umgang bei der Bevorzugung einer von uns sehr ernst genommenen Interessengruppe ", schreibt Dirk Cuno abschließend.









