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Magdeburg



65. Jahrestag der Bombardierung der Stadt am 16. Januar 1945
Magdeburger erteilen den Extremisten eine Abfuhr
Von Peter Ließmann

Mit einer " Meile der Demokratie " haben am Sonnabend 115 Gruppen in der Innenstadt von Magdeburg gegen einen Aufmarsch rechtsradikaler Gruppen aus ganz Deutschland protestiert. Anlass war der 65. Jahrestag der Bombardierung der Stadt am 16. Januar 1945.

Magdeburg. Rund 5000 Besucher zählten die Organisatoren der zweiten " Meile der Demokratie ", die sich am Sonnabend auf einer Länge von zwei Kilometern über den Breiten Weg zog. 115 Gruppen aus Kultur, Politik, Kirchen und Wirtschaft warben mit einem Programm aus Informationen, Diskussionen und Bühnenshows für Demokratie, Toleranz und Weltoffenheit. Aufgerufen dazu hatten das Magdeburger " Bündnis gegen Rechts " und die Stadt Magdeburg.


Während der Eröffnung der Veranstaltung machte Oberbürgermeister Lutz Trümper ( SPD ) erneut darauf aufmerksam, dass die allermeisten Magdeburger nichts mit Rechtsradikalismus am Hut hätten und für Demokratie und Weltoffenheit stünden. Landtagspräsident Dieter Steinecke ( CDU ) sprach sich für ein breites Bündnis aller demokratischen Gruppen gegen rechtsradikales Gedankengut aus. Innenminister Holger Hövelmann ( PD ) forderte erneut ein Verbotsverfahren gegen die NPD.

Einer der Höhepunkte der " Meile der Demokratie " war eine rund einen Kilometer lange Menschenkette. Dazu hatten sich mehrere hundert Personen mit Bändern aneinander gereiht und so rund eine Viertelstunde lang ein " Band der Demokratie " gebildet.

Ziel der Veranstaltung war es, ein Zeichen gegen Rechtsradikalismus und Neonazis zu setzen. Alljährlich treffen sich rechtsextreme Gruppen aus ganz Deutschland zu einem selbst inszenierten Trauermarsch für die Opfer des Bombenangriffs auf die Stadt im letzten Kriegsjahr 1945. Von der Bevölkerung weitgehend unbeachtet zogen die rund 1000 Neonazis durch Teile der Innenstadt. 1200 Polizeibeamte aus Sachsen-Anhalt, Niedersachsen, Thüringen, Brandenburg und Berlin wurden aufgeboten, die den Aufmarsch begleiteten.

Ihre Hauptaufgabe bestand daran, zu verhindern, dass linksradikale Gruppen, die sich ebenfalls in der Innenstadt versammelt hatten, auf den Neonazi-Aufmarsch treffen zu lassen. Dabei kam es zeitweilig zu Auseinandersetzungen zwischen Polizei und den rund 450 linken Demonstranten, in deren Verlauf elf Personen von der Polizei festgenommen wurden. Vier Beamte wurden durch Feuerwerkskörper leicht verletzt. Zeitweise hatte die Polizei große Bereiche der Innenstadt rund um den Hauptbahnhof für den Autoverkehr gesperrt.




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Dokument erstellt am 18.01.2010 um 05:52:03 Uhr
Erscheinungsdatum 18.01.2010 | Ausgabe: mdx


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