09. Februar 2010


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Sachsen-Anhalt



Kultusminister hebt Magdeburger Sekundarschule als Vorbild für Elternarbeit hervor
Olbertz: "Eine gute Schule kann ohne die Eltern nicht funktionieren"
Von Philipp Hoffmann

Magdeburg. Kultusminister Jan-Hendrik Olbertz ( parteilos ) hat gestern die Eltern in Sachsen-Anhalt zu einer aktiven Mitarbeit in Schulen ermuntert. " Eine gute Schule kann ohne die Eltern nicht funktionieren ", sagte er bei einem Besuch der Thomas-Müntzer-Sekundarschule in Magdeburg. Viele Angebote von Schulen würden erst aus Partnerschaften erwachsen. Schulleiterin Monika Gajda bestätigte, dass Eltern der wichtigste Partner der Ganztagsschule seien.

Olbertz hob die Müntzer-Schule wegen ihrer " vorbildlichen Elternarbeit " als beispielhaft hervor. Die Schule beziehe Eltern bei Lernschwierigkeiten ihrer Kinder frühzeitig ein. " Das muss unbedingt sein ", sagte der Minister. Zudem gebe es regelmäßig Elternsprechtage und -versammlungen.


An der Magdeburger Schule bringen sich Eltern auch in vielfältiger Weise in Angebote außerhalb des Unterrichts ein. So helfen sie Schülern bei den Hausaufgaben, tragen zur Verkehrserziehung bei und wirken bei Projekten mit. An der Schule gebe es " schöne Bedingungen " und " aufgeschlossene Lehrer ", lobte Gabriele John vom Förderverein. Allerdings sei es auch " schwierig, Eltern dafür zu interessieren, was hier läuft ".

Die Thomas-Müntzer-Sekundarschule hat schwierige Rahmenbedingungen zu meistern. Sie liegt im Magdeburger Stadtteil Neue Neustadt in einem Gebiet, das wegen der Sozialstruktur als " sozialer Brennpunkt " ausgewiesen ist. Die 290 Schüler kommen aus dem gesamten Norden der Landeshauptstadt. Viermal wurde die Schule bereits mit anderen zusammengelegt, eine fünfte Vereinigung steht unmittelbar bevor. Immerhin : 2006 bis 2008 wurde das 120 Jahre alte Schulgebäude mit Mitteln aus dem Ganztagsschulprogramm des Bundes umfassend saniert.

Schulleiterin Gajda hält die Schule nicht nur für einen Lern-, sondern auch für einen Lebensort. Als Ganztagsschule sei der Alltag " aufgelockert ", Schüler könnten ihn mitgestalten. Gabriele John vom Förderverein sieht in der Schulform den Vorteil, dass Schüler eigenverantwortlich arbeiten : " Sie lernen das Lernen. " Auch Olbertz ist von dem Modell der Ganztagsschule überzeugt. " Sie ist der Prototyp für das Gelingen der Zusammenarbeit von Schule und Eltern ", sagte er. Die Zahl der Ganztagsschulen im Land solle daher ausgebaut werden.

Elternvertreter bemängelten gestern die teilweise sehr großen Klassen mit bis zu 29 Schülern. Wenn dann auch noch Förderschüler integriert würden, sei es unmöglich, jedem Schüler gerecht zu werden. Olbertz räumte ein, dass es in Ballungszentren große Klassen gibt. Im Durchschnitt habe das Land aber wegen der vielen kleinen Schulen auf dem Land bundesweit die niedrigsten Klassenstärken. Olbertz will nun prüfen, inwieweit für Klassen mit Förderschülern gesonderte Regelungen möglich sind. Der Philologenverband will für Realschulklassen eine Obergrenze von 19 Schülern beantragen.





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Dokument erstellt am 24.11.2009 um 05:51:37 Uhr
Erscheinungsdatum 24.11.2009 | Ausgabe: mdx




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