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Sachsen-Anhalt



Netzwerk hat Wissenstransfer verbessert
Fachhochschulen forschen für die Wirtschaft
Von Philipp Hoffmann

Magdeburg. Vertreter der Hochschulen und Kultusminister Jan-Hendrik Olbertz (parteilos) haben dafür plädiert, die Spitzenforschung in Sachsen-Anhalt weiterhin mit gesonderten Finanzmitteln zu fördern. Bei einem Treffen in Magdeburg kündigte Olbertz an, den zugrundeliegenden "Rahmenvertrag Forschung und Innovation" um drei bis fünf Jahre verlängern zu wollen. Der Ende 2007 abgeschlossene Vertrag läuft in diesem Jahr aus. Er verpflichtete das Land, den Hochschulen zusätzlich zu ihrem Budget jährlich mindestens 20 Millionen Euro für Spitzenforschung zukommen zu lassen. Das Land hat noch nicht entschieden, ob es wieder die gleiche Summe bereitstellt.

Die Hochschulen hatten im Rahmen eines Exzellenzprogramms des Landes, zu dem der Rahmenvertrag gehört, in den vergangenen Jahren 100 Millionen Euro erhalten. Damit wurde in erster Linie die Spitzenforschung an den beiden Universitäten Magdeburg und Halle gefördert. Aber auch die weniger auf Forschung ausgerichteten Fachhochschulen bekamen über ihr Kompetenznetzwerk für angewendete und transferorientierte Forschung (KAT) Geld – in fünf Jahren insgesamt 6,4 Millionen Euro.


Das KAT soll die regionale Wirtschaft voranbringen, indem es sie dort unterstützt, wo die kleinen und mittleren Unternehmen ihren Schwachpunkt haben: in der Forschung. Jede der vier Fachhochschulen bringt sich mit einem oder mehreren Schwerpunkten in das Netzwerk ein: die Hochschule Magdeburg-Stendal mit nachwachsenden Rohstoffen und innovativen Werkstoffen, die Hochschule Harz mit Tourismus und Dienstleistungen sowie Informations- und Kommunikationstechnologien, die Hochschule Anhalt mit Biowissenschaften und die Hochschule Merseburg mit Chemie und Kunststoffen. "Wir können damit praktisch alle Bereiche der regionalen Wirtschaft abdecken", sagte KAT-Sprecher Jörg Kirbs bei dem Treffen mit Olbertz.

Das Netzwerk funktioniert so: Unternehmen, die beispielsweise ein Produkt entwickeln oder verbessern wollen, finden an jeder Hochschule einen speziellen Ansprechpartner. Entweder kann dieser bereits an Forscher im eigenen Haus verweisen, oder er vermittelt an die Hochschule, die das gewünschte Feld abdeckt. Dann kann ein gemeinsames Forschungsprojekt gestartet werden. Auch die Universitäten und die Burg Giebichenstein sind mittlerweile KAT beigetreten.

Der Zusammenschluss hat sich nach Einschätzung von Beteiligten bereits bewährt. So berichtete Kirbs, die Summe, die die Fachhochschulen vom Land bekamen, sei in Projekten mit Unternehmen verzehnfacht worden. Die Hochschulen konnten dadurch wissenschaftliche Mitarbeiter einstellen – was wiederum der Möglichkeit, Forschungsprojekte anzubieten, zugute kommt. Die Hochschule Magdeburg-Stendal etwa hat ihrem KAT-Leiter Heribert Münch zufolge die auf dem Netzwerk beruhende Mitarbeiterzahl versechsfacht: Mit den Landesmitteln wurden ursprünglich fünf Mitarbeiter beschäftigt, heute seien im KAT-Kompetenzzentrum 33 eingebunden. Der Rektor der Hochschule Harz, Armin Willingmann, betonte, KAT ermögliche nicht nur von der Industrie bezahlte Stellen, sondern auch Firmengründungen aus den Hochschulen heraus. Die Idee von KAT komme über das Land hinaus an, so Willingmann: In Berlin werde sie gerade von den dortigen Fachhochschulen kopiert.




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Dokument erstellt am 05.05.2010 um 06:16:59 Uhr
Erscheinungsdatum 05.05.2010 | Ausgabe: sachsenanhalt


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