Magdeburg l Das Bild ist gerade mal knapp ein Jahr her. Silvio Bankert stand nach dem letzten Saisonspiel 2015/16 mit Sohnemann Levi vor Block U und nahm Abschied – Abschied von seiner Karriere als Profi-Fußballer. Im besten Alter von 30 Jahren entschloss sich der Innenverteidiger des 1. FC Magdeburg dazu. Immer weniger werdende Einsatzzeiten ließen den Entschluss reifen. Der FCM sicherte sich aber weiter die Dienste des Ex-Profis (Energie Cottbus, Chemnitzer FC, 1.  FC Magdeburg) und band Bankert als Co-Trainer der U-19-Mannschaft und Assistent von Nachwuchsleistungszentrums-Chef Thomas Hoßmang an den Club.

Thielemann macht Fußball-Lehrer

Nach nur einem Jahr kehrt Bankert mit Beginn der neuen Serie auf die Profi-Bühne zurück – als neuer Co-Trainer von Jens Härtel. Dessen bisheriger Assistent Ronny Thielemann nimmt ab kommenden Montag an der Hennes-Weisweiler-Akademie in der Sportschule Hennef am 64. Fußball-Lehrer-Lehrgang teil und steht in den kommenden Monaten deshalb nur sehr stark eingeschränkt dem FCM zur Verfügung.

„Härtel und Thielemann sind vor einigen Wochen auf mich zugekommen – total überraschend für mich. Eigentlich wollte ich mir meine Sporen erstmal im Nachwuchs verdienen. Aber nach Rücksprache mit Thomas Hoßmang und meiner Familie habe ich mich dafür entschieden, konzentriere mich jetzt auf die neue Aufgabe. Ich wollte es ganz oder gar nicht“, so Bankert, „und ich bin froh und dankbar für das Vertrauen.“

Abschied gut verarbeitet

Den Abschied vom aktiven Profi-Fußball im Mai 2016 hat Bankert eigenen Angaben zufolge gut verarbeitet: „Natürlich fehlen mir manchmal die Emotionen und das Gefühl, selber die Knochen hinzuhalten, aber ich konnte einen guten Strich machen und habe Abstand gewonnen. Manchmal kommt es mir schon wie eine Ewigkeit vor.“ Geholfen habe die neue Aufgabe im FCM-Nachwuchs. „Es ist ein Geschenk, weiter im Sport und in diesem Verein zu arbeiten“, so Bankert, der mit Frau Franziska und den Söhnen Levi (4) und Marlo (1) in der Region heimisch geworden ist.

Hoßmang als Mentor

Mit Heiko Weber, Gerd Schädlich, Karsten Heine und Jens Härtel hatte Bankert viele Trainer, von allen konnte er sich etwas abschauen. „Bei Heine hat mich trotz Abstiegskampf in Chemnitz seine Gelassenheit beeindruckt. Bei Jens Härtel ist es die Akribie, mit der er seine Arbeit macht“, sagt Bankert und lobt im gleichen Atemzug Thomas Hoßmang: „Er war ein sehr guter Lehrer, hat mir das richtige Gefühl vermittelt, als Trainer vor einer Mannschaft zu stehen.“

Eine Übergabe mit Ronny Thielemann sei bereits erfolgt, in der kommenden Woche will sich Bankert mit Härtel weiter abstimmen und den Auftakt am 19. Juni vorbereiten. Gegnerbeobachtung, Videoanalyse, Trainingsvorbereitung – das werden Aufgaben sein für den B-Lizenz-Inhaber. „Wir haben auch schon bei der A-Jugend recht professionell gearbeitet, es ist also kein komplettes Neuland“, so Bankert. Besonders gespannt ist der 31-Jährige auf das „Wiedersehen“ mit ehemaligen Mitspielern wie Marius Sowislo, Christian Beck oder Felix Schiller. Müssen die Co-Trainer Bankert künftig siezen? „Ich weiß noch nicht. Aber wir werden sicher einen Weg finden“, so Silvio Bankert.

Weitere Informationen zum 1. FC Magdeburg gibt es hier