Magdeburg l Das gute Wetter, der blaue Himmel und die Sonne – das passt momentan so gar nicht zur Laune von Christian Beck. Der 30-Jährige ist angefressen. Der Grund: Er vermutet eine undichte Stelle im eigenen Team. In der „Bild“-Zeitung war die Rede von Rissen im Team, von „Trainer-Lieblingen“ und schwachen Führungsspielern.

Diese Interna konnten für Beck nur aus den eigenen Reihen kommen, wurden offensichtlich von Mannschaftskollegen öffentlich ausgeplaudert. „So etwas gehört sich nicht. Das finde ich unter aller Sau“, ärgert er sich. Und: „Wichtig ist, dass wir uns als Team jetzt nicht zerfleischen. Wir müssen zusammenhalten. Das hat uns in den vergangenen Jahren starkgemacht.“

Der Vize-Kapitän versucht, die Richtung für die kommenden Tage bis zum Regensburg-Spiel am Sonntag (13.30 Uhr) vorzugeben. „Die vergangenen Wochen waren nicht einfach für uns. Wir haben eigentlich oft nicht so schlecht gespielt, aber trotzdem nichts geholt“, betont er. Und: „Darunter leidet das Selbstvertrauen.

Es läuft nicht so, wie wir uns das vorgestellt haben.“ Becks Ärger ist auch deshalb groß, weil er nach vier Spielen ohne Tor gleich wieder im Fokus einiger Kritiker steht. „Jetzt kommen die Kritiker aus ihren Löchern, die in den vergangenen Jahren verschwunden waren. Die haben jetzt wieder etwas zu meckern“, poltert er. Die Zweitliga-Bilanz gibt Beck sogar recht: Bisher erzielte er immerhin vier Treffer und verbuchte drei Vorlagen.

Einsicht bei Emotionen

Einsichtig zeigt sich der junge Vater aber beim Thema Emotionen: In Darmstadt fiel auf, dass Beck eine negative Körpersprache hatte, sich oft beim Schiedsrichter beschwerte. „Da muss ich mich verbessern. Ich muss positiver sein, mich weniger um den Schiedsrichter, sondern mehr um meine Mitspieler kümmern“, betont er.

Und: „Alle Führungsspieler, der ganze Mannschaftsrat müssen jetzt den Zusammenhalt fördern. Wir müssen auch die Spieler motivieren, die gerade hinten dran sind. Wenn wir nicht positiv sind, werden wir nie da unten rauskommen. Dann rutschen wir immer tiefer ab.“

Vor dem richtungsweisenden Heimspiel gegen Jahn Regensburg hält er nichts von einer Diskussion um Trainer Jens Härtel. „Wir können uns da nur gemeinsam rausziehen. Ich finde nicht, dass es eine Trainerdiskussion geben sollte. Er hat uns in den vergangenen Jahren zu vielen Erfolgen geführt. An ihm liegt es überhaupt nicht.“ Aber: „Wir wissen ja, wie schnelllebig das Fußballgeschäft leider ist.“

Auch Beck ist sich bewusst, dass der erste Heimsieg der Saison am Sonntag fällig sein muss, dass sonst der Druck auf das Team und vor allem Härtel bedrohlich groß wird. „Wir werden uns gut auf den Gegner vorbereiten“, sagt er. „Wichtig ist aber, dass wir auf uns schauen. Wir müssen die Fans auf unsere Seite holen, müssen leidenschaftlich auftreten. Wenn wir jetzt keine Punkte holen, dann wird es immer schwerer.“

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