Novo Sancti Petri l Die Stimme ist noch etwas rau, ganz ausgeschlafen sieht Christian Beck an diesem Montagmorgen auch nicht aus. Das Pensum, das der 1. FC Magdeburg über das Wochenende im Trainingslager im südspanischen Novo Sancti Petri absolviert hat, macht sich bemerkbar. „Es ist sehr intensiv, wir hatten zu Beginn gleich drei Einheiten. Zusammen mit den Treppenläufen, die wir noch in Magdeburg hinter uns gebracht hatten, ist es klar, dass jetzt jeder seine Beine spürt“, erzählt Beck.

Viele Gespräche mit Wollitz

Doch für den Kapitän gibt es neben dem Trainingspensum auch abseits des Platzes einiges aufzuarbeiten. In den vergangenen Tagen führte er Gespräche mit dem neuen Trainer Claus-Dieter Wollitz. Und danach war Beck erleichtert: „Der Trainer hat gesagt, dass er mir vertraut und dass ich Kapitän bleibe. Es war mir sehr wichtig, dass ich von ihm die Rückendeckung spüre. Das ist ein tolles Zeichen und nicht selbstverständlich, wenn ein neuer Trainer kommt.“

Trainer stützt Beck und Führungsspieler

Wollitz möchte so kurz nach seiner Ankunft keine Unruhe schüren. „Das Team hat im vergangenen Sommer den Kapitän und den Mannschaftsrat gewählt. Es war eine Entscheidung der Spieler, die ich respektiere und die ich deshalb jetzt nicht ändern muss“, sagt er.

Kritik als Ansporn

Doch für Beck war es nicht das einzige Gespräch, das in den vergangenen Tagen anstand. Kurz nach der Ankunft tauschten sich er und Sören Bertram mit Mario Kallnik aus. Dabei ging es um die Kritik des FCM-Geschäftsführers im Volksstimme-Interview. Kallnik hatte von den beiden Offensivspielern als Leitwölfe mehr eingefordert.
Und Beck zeigt sich einsichtig: „Mario hat ja recht, wenn er sagt, dass von den Führungsspielern nicht das gekommen ist, was vielleicht erwartet wurde. Wir haben gemeinsam mit Maik und Mario ausführlich dazu gesprochen“, sagt er. „Wie Sören sehe ich diese Kritik deshalb als Ansporn. Wir wollen es in der Rückrunde noch besser machen, noch mehr Tore erzielen und unserer Rolle gerecht werden.“

Ein Thema waren zuletzt auch immer noch Becks Äußerungen in den sozialen Medien. Dort hatte er sich über die Freistellung von Ex-Coach Stefan Krämer geäußert: „Was für eine Nachricht kurz vor Weihnachten. Ich bin sprachlos, enttäuscht und sehr traurig. Ich möchte mich trotzdem für das tolle halbe Jahr bedanken und bin mir sicher, dass wir zusammen noch viel erreicht hätten!!!!“

Beck bereit für Neuanfang

Es war ein Statement, das als Kritik an der Vereinsführung gelesen wurde und dort offenbar nicht gut ankam. Doch Beck rechtfertigt seine öffentliche Erklärung: „Es ist kein Geheimnis, dass wir uns sehr gut mit Stefan Krämer verstanden haben.“

Doch egal, ob die Meinungen über das Krämer-Aus nun auseinandergehen oder nicht. Für Christian Beck ist die Sache inzwischen Vergangenheit. Seine Botschaft: „Es ist jetzt ein Neuanfang für mich, für die ganze Mannschaft mit dem neuen Trainer. Es gilt, dass wir den neuen Coach schnell kennenlernen, uns auf seine Vorstellungen einstellen. Wir sind aber eine offene Mannschaft, nehmen das schnell an.“

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