München l Direkt nach dem Abpfiff machte sich Dennis Erdmann auf den Weg in die Kabine des 1. FC Magdeburg. Der Innenverteidiger tauschte sich wild gestikulierend mit seinen ehemaligen Mitspielern aus.

Schließlich gab es nach dem 1:1 des FCM beim TSV 1860 München auch einiges zu besprechen. Denn das, was der Club in der zweiten Halbzeit auf den Rasen brachte, kann dem Verein durchaus Mut machen. „Wir haben in der zweiten Halbzeit gezeigt, was in uns steckt“, sagte Jürgen Gjasula.

Reaktion durch Zug zum Tor

Es war eine klare Reaktion, mit viel Tempo und zahlreichen Torchancen. Diese war allerdings auch zwingend notwendig, denn in der ersten Halbzeit präsentierte sich der FCM gerade offensiv extrem harmlos, auch die Körpersprache war nicht sonderlich positiv. Zu allem Überfluss kassierte der Club durch die erste gefährliche Chance der Gastgeber den Rückstand. Nach einer Ecke von Stefan Lex verlängerte Erdmann auf seinen Innenverteidiger-Kollegen Aaron Berzel, der einköpfte (33.).

Doch der FCM gab sich nicht auf – und kämpfte sich zurück. Nach dem Seitenwechsel spielte dann Jürgen Gjasula eine wichtige Rolle: Der 34-Jährige führte die Mannschaft als Kapitän auf den Rasen, da der etatmäßige Spielführer Christian Beck zunächst auf der Bank saß. Kurios: Die Mannschaft machte es unter sich aus, wer die Kapitänsbinde übernahm. „Das habe ich den Jungs überlassen“, bestätigte FCM-Trainer Claus-Dieter Wollitz.

Gjasula als FCM-Kapitän

Die Entscheidung für Gjasula war nicht die schlechteste, denn der erfahrene Deutsch-Albaner war es, der wie schon vor einer Woche beim 1:1 gegen Chemnitz auch am Sonntag wieder in einer entscheidenden Szene Verantwortung übernahm. Nachdem Löwen-Keeper Marco Hiller den FCM-Stürmer Sören Bertram im Strafraum mit dem rechten Knie traf, entschied Schiedsrichter Tobias Fritsch auf Elfmeter. Es war eine der wenigen richtigen Entscheidungen, die der überfordert wirkende Fritsch traf. Gjasula war das egal, er nahm sich den Ball und verwandelte souverän (60.).

In der Folge entwickelte sich die Partie zu einem Schlagabtausch. Zunächst vergab der in der Halbzeit eingewechselte Christian Beck eine Riesenchance, als er alleine auf das Münchener Tor zulief (66.).

Elfmeter wird zurückgenommen

Auf der Gegenseite war es dann wieder Gjasula, der im Mittelpunkt stand: Der Defensivstratege, der im 3-5-2-System diesmal den Abwehrchef gab, nahm den Ball im Strafraum an. Fritsch pfiff – wollte ein Handspiel gesehen haben und gab deshalb Elfmeter (69.). Jetzt wurde es wild: An der Seitenlinie gab es vor den Trainerbänken eine Rudelbildung, selbst Club-Zeugwart Heiko Horner musste einschreiten. Der Schiedsrichter tauschte sich unterdessen mit seinem Assistenten aus – und nahm den Elfmeter zurück. „Ich habe den Ball mit dem Knie getroffen“, versicherte auch Gjasula.

Nach dieser Szene hatte der Club die Partie klar im Griff – und weitere Top-Chancen. Zunächst scheiterte Marcel Costly per Kopf (77.). Danach hätte der ebenfalls in der Pause eingewechselte Sirlord Conteh, mit dessen Schnelligkeit die Löwen große Probleme hatten, zweimal freistehend alles klarmachen müssen (83./84.).

Wollitz lobt Kader-Breite

Doch die Schlussszene gehörte den Gastgebern, als Sascha Mölders zum Abschluss kam, FCM-Keeper Morten Behrens aber stark parierte (90.+3). „Wir können aus der Leistung nach der Pause Kraft schöpfen. Das zeigt, dass wir einen breiten Kader haben“, sagte Wollitz.

Dennis Erdmann hingegen verließ am Ende mit einem Lächeln die Club-Kabine. Und ein bisschen FCM nahm er auch unbewusst mit nach Hause. Die Ex-Kollegen hatten ihm nämlich heimlich einen Sticker hinten auf seine Jacke geklebt.

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