Wesendorf l FCM-Trainer Jens Härtel fand nach dem Doppeltest in Bernburg durchaus kritische Worte, wenn es um Berishas Leistung ging. „Bei ihm ist nach wie vor noch Luft nach oben. Er hat zwar noch nicht so oft gespielt, es gibt aber ein paar Dinge, die wir nachjustieren müssen“, stellte er klar.

Dieser Kritik stellt sich der Stürmer. „Der Trainer ist der Chef, was er sagt, wird schon stimmen. Man muss viel einstecken können. Es ist nicht einfach, wir sind in der Vorbereitung, die Beine sind schwer. Wenn es bisher zu wenig war, muss ich mich zusammenreißen und Gas geben“, sagt er. „Ich muss mich auf ein Top-Level bringen. Vor meinem Wechsel war ich drei Monate verletzt. Ich habe im Urlaub mit einem Privattrainer viel gearbeitet. Wenn es losgeht, werde ich da sein und möchte für die Mannschaft so viele Tore wie möglich erzielen. Ich werde voll angreifen.“

Akzeptanz im Team ist da

Im Trainingslager in Wesendorf will der für ein Jahr ausgeliehene Neuzugang von RB Salzburg weiter an sich arbeiten und um einen Stammplatz kämpfen. Beim FCM fühlt sich Berisha bereits gut aufgenommen. „Die Jungs haben mich gleich akzeptiert, so wie ich bin. Jeder ist auf mich zugekommen und hat gleich mit mir geredet“, sagt er. „Die Mannschaft ist jung und macht auf mich einen sehr guten Eindruck.“ Die Position als Außenstürmer, die er zuletzt in Bernburg einnahm, kam ihm unterdessen nicht entgegen. „Ich bin eigentlich Mittelstürmer, kann Bälle gut festmachen, habe einen guten Abschluss und kann mich im direkten Duell durchsetzen“, betont Berisha. „Wenn der Trainer mich aber so aufstellt, werde ich das annehmen.“

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Für den Spieler mit der Rückennummer 37 ist der Schritt nach Magdeburg ein durchaus großer, auch wenn er mit RB bereits die UEFA Youth League gewonnen hat und für den FC Liefering sowie den Linzer ASK gespielt hat. „Das war aber im Verhältnis alles in der Nähe, gerade mal eine Stunde beispielsweise nach Linz. Ich konnte meine Familie oft besuchen. Jetzt ist die Entfernung weit, das ist als Fußballer aber nicht ungewöhnlich“, sagt Berisha, der in Berchtesgaden (Oberbayern) geboren wurde, in Salzburg aufwuchs und viele Familienangehörige im Kosovo hat.

Drei Optionen für Nationalmannschaft

Dort verbringt er auch immer wieder Zeit. „Ich schaue, dass ich so oft wie möglich im Kosovo bin, um dort meine Verwandten zu besuchen“, betont er. „Ich könnte für die deutsche, österreichische und kosovarische Nationalmannschaft spielen. Eine Entscheidung ist noch nicht gefallen, steht aber in der nächsten Zeit an. Es ist keine einfache Entscheidung.“

Zu RB Salzburg kam er bereits im Jugendalter. „Ich habe in einem Freundschaftsspiel mit dem FC Bischofswiesen, einer Dorfmannschaft, gegen Salzburg gespielt. Wir haben hoch verloren, ich habe aber alle vier Tore für mein Team erzielt. So ist RB auf mich aufmerksam geworden“, erklärt er. „Ich war dann bei einem Talentetag dort und wurde verpflichtet.“ Dass er sich beim FCM die Rückennummer 37 ausgesucht hat, hat einen speziellen Grund. „Eigentlich mochte ich die Nummer 10 immer am liebsten. Als ich nach Salzburg kam, war die 10 aber nicht frei. Deshalb habe ich die 37 genommen, weil 3 plus 7 auch 10 ergibt. Diese Nummer hatte ich dann auch in Linz und wollte sie jetzt auch gerne wieder haben“, so Berisha.

Vorfreude auf FCM-Fans

Sein Vorbild ist übrigens der charismatische Schwede Zlatan Ibrahimović. „Ich bin wie Zlatan Ibrahimović – aber nur auf dem Platz. Neben dem Rasen bin ich ruhig und ganz anders als er. Die Art, wie ich Fußball spiele, kommt seiner aber sehr nahe. Er hat viele Treffer erzielt, ist einfach ein Tier da vorne. Ich gehe davon aus, dass sich die Zuschauer auf das eine oder andere spektakuläre Tor von mir freuen können“, sagt er.

Auf die Stimmung in der MDCC-Arena freut er sich selbst dagegen: „Magdeburg gefällt mir. Hier sind viele im positiven Sinne verrückte Fans. Ich bin froh, dass ich hier bin. Es ist ein sehr guter Schritt für meine weitere Karriere.“

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