Magdeburg l Ob zum Auftakt am Sonntag oder beim gestrigen Training – die ersten Einheiten des Drittligisten 1.FC Magdeburg waren „knackig“, wie es Stürmer Kai Brünker beschreibt. „Es hat Spaß gemacht. Es tut gut, wieder einen Ball am Fuß zu haben. Das ist besser als das monotone Laufen.“

Tatsächlich stand das bei den Magdeburgern zuletzt nur noch auf dem Programm – auch an den Feiertagen. „Wir hatten unseren Plan, den wir abgearbeitet haben“, berichtet Brünker, der diesen noch mit Krafttraining ergänzt hat und auch an Weihnachten auf die Ernährung achtete. „Am Weihnachtsabend wurde schon aufgetischt, aber ich habe trotzdem geschaut, dass ich mir nicht jeden Keks reinschiebe“, erzählt er lachend über seinen Besuch in der Heimat in Baden-Württemberg.

Quarantäne nur am ersten Tag entspannend

Sogar reichlich Schnee gab es in Villingen, doch Skifahren gehen durfte Brünker nicht. Nach dem positiven Corona-Fall in der Mannschaft und den beiden abgesagten Partien gegen Saarbrücken und Duisburg gilt beim FCM weiterhin höchste Sicherheitsstufe. Die Quarantäne, in der das Team gut anderthalb Wochen steckte, hat nicht nur den 26-jährigen Angreifer genervt. „Der erste Tag hat gutgetan, aber jeder weitere war zu viel“, denkt Brünker zurück. „Es wird irgendwann langweilig, wenn man nicht mal vor die Haustür darf, um sich ein Brot zu kaufen. Die Zeit ging überhaupt nicht rum und die Decke ist einem auf den Kopf gefallen. Besonders schlimm war es an den Tagen, an denen wir eigentlich gespielt hätten.“

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Doch jetzt ist die Zeit vorbei und es gilt, auf dem Trainingsplatz einiges nachzuholen. Zwar fällt eine längere Vorbereitung inklusive Trainingslager in wärmeren Gefilden flach. Doch: „Wir haben jetzt etwas Zeit, an unseren Schwächen zu arbeiten.“

Team einig: Offensive dürftig

Bis zum nächsten Heimspiel gegen den KFC Uerdingen am 9. Januar stehen immerhin zwei volle Trainingswochen an. Und diese sollen intensiv genutzt werden. Es gab einige Aussprachen im Team – alle sind sich einig, dass die Offensivleistung mit 13 Toren nach 15 Spielen sehr dürftig war. Brünker fordert: „Wir sollten konsequenter abschließen, mit dem absoluten Willen. Und wenn es ein Gurken-Tor wird - Hauptsache, der Ball ist hinter der Linie.“

Geht es nach dem 1,90 Meter großen Mittelstürmer, bedarf es beim FCM mehr Überzeugung. Um zu Abschlüssen zu kommen, benötigen er und seine Teamkollegen ganz vorn aber erst einmal die Bälle. Auch der Weg ins letzte Drittel muss in den kommenden Einheiten also aufgearbeitet werden. „Wir brauchen einen gewissen Anker, Lösungsvorschläge, wie wir uns bis ganz vorn durchspielen können“, sagt Brünker.

Vertrauen in Hoßmang

Es geht laut „Panzer“ Brünker nicht darum, die Angriffe kurz vor dem Strafraum immer wieder abzukappen und in der eigenen Hälfte zu landen, sondern den möglichen Ballbesitz vor dem Sechzehner des Gegners auch konsequent zu nutzen.

Dass der aktuelle Coach Thomas Hoßmang der richtige Mann ist, um der Mannschaft das einzuflößen – daran hat Brünker keine Zweifel. Trainerwechsel hat er in seiner Karriere bislang immer negativ aufgefasst. „Wir haben einen Trainer, mit dem wir kommunizieren können“, lobt er Hoßmang. „Wenn die Mannschaft Anregungen hat, ist er offen dafür.“

In den kommenden Wochen geht es ohnehin darum, dass alle an einem Strang ziehen. Nur so ist das Programm von sieben Spielen mit drei englischen Wochen im Januar zu bewältigen. Brünker: „Wir wollen unsere Kräfte ballen. Die Jungs sind willig und das Ziel ist besprochen.“ Und es lautet: so schnell wie möglich da unten rauszukommen.

Mehr Infos: www-volksstimme.de/fcm-blog