Hamburg l Die Mixed-Zone im Millerntor-Stadion gleicht einem Gefängnis. Der Gang, in dem sich Journalisten und Spieler nach einer Partie treffen, ist dunkel und eng, ein Gitter trennt beide Seiten strikt voneinander. Nur durch eine kleine Öffnung können überhaupt Gespräche geführt werden.

Dauerschleife beim FCM

Das Bild eines Gefangenen passte aber irgendwie zur Situation des 1. FC Magdeburg. Das Team scheint in einer Dauerschleife gefangen, in einer permanenten Wiederholung. Beim FC St. Pauli war der FCM wieder über weite Strecken richtig gut – und wieder musste das Team am Ende eine Enttäuschung verdauen. „Es ist unfassbar und nervig“, sagte Marius Bülter.

Was der Allrounder meinte: Der FCM dominierte St. Pauli zwischenzeitlich, war wie schon gegen Union Berlin, wie zeitweise beim 1. FC Köln überlegen. Der Blick auf die Zahlen war eindrucksvoll: Der Club hatte mehr Torschüsse: 16:7; mehr Ballbesitz: 64 Prozent; und eine starke Passquote: 74 Prozent – nur das Ergebnis passte nicht dazu.

FCM verliert gegen FC St. Pauli

Hamburg / Magdeburg (tw) l Der 1. FC Magdeburg hat in der 2. Fußball-Bundesliga beim FC St. Pauli 1:4 verloren. Der FCM bleibt Vorletzter der Tabelle.

  • Magdeburgs Michel Niemeyer jubelt nach seinem Treffer zum 1:1. Foto: Daniel Bockwoldt/dpa

    Magdeburgs Michel Niemeyer jubelt nach seinem Treffer zum 1:1. Foto: Daniel Bockwoldt/dpa

  • Magdeburgs Spieler jubeln nach dem Tor zum 1:1. Foto: Daniel Bockwoldt/dpa

    Magdeburgs Spieler jubeln nach dem Tor zum 1:1. Foto: Daniel Bockwoldt/dpa

  • Magdeburgs Felix Lohkemper (l) und St. Paulis Christopher Avevor kämpfen um den Ball. Foto: Daniel Bockwoldt/dpa

    Magdeburgs Felix Lohkemper (l) und St. Paulis Christopher Avevor kämpfen um den Ball. Foto: ...

  • Magdeburgs Michel Niemeyer (l) schießt das 1:1 an St. Paulis Luca-Milan Zander (M) und Torwart Torwart Robin Himmelmann (hinten) vorbei. Foto: Daniel Bockwoldt/dpa

    Magdeburgs Michel Niemeyer (l) schießt das 1:1 an St. Paulis Luca-Milan Zander (M) und Torwa...

  • Magdeburgs Tobias Müller (l) und St. Paulis Dimitrios Diamantakos kämpfen um den Ball. Foto: Daniel Bockwoldt/dpa

    Magdeburgs Tobias Müller (l) und St. Paulis Dimitrios Diamantakos kämpfen um den Ball. ...

  • St. Paulis Spieler jubeln nach dem Treffer von Bernd Nehrig (M) zum 1:0. Foto: Daniel Bockwoldt/dpa

    St. Paulis Spieler jubeln nach dem Treffer von Bernd Nehrig (M) zum 1:0. Foto: Daniel Bockwoldt/dpa

  • St. Paulis Spieler jubeln mit Weihnachtsmannmützen nach dem Spiel. Foto: Daniel Bockwoldt/dpa

    St. Paulis Spieler jubeln mit Weihnachtsmannmützen nach dem Spiel. Foto: Daniel Bockwoldt/dpa

  • St. Paulis Spieler jubeln nach dem Tor zum 4:1. Foto: Daniel Bockwoldt/dpa

    St. Paulis Spieler jubeln nach dem Tor zum 4:1. Foto: Daniel Bockwoldt/dpa

  • St. Paulis Spieler jubeln nach Marvin Knolls (l) Elfmeter-Treffer zum 2:1. Foto: Daniel Bockwoldt/dpa

    St. Paulis Spieler jubeln nach Marvin Knolls (l) Elfmeter-Treffer zum 2:1. Foto: Daniel Bockwoldt...

Torchancen, aber zu wenig Tore

Der FCM hat ein Effizienz-Problem. Felix Lohkemper (9.) und Philip Türpitz (42.) hatten beim FC St. Pauli gute Chancen. Statt die Überlegenheit aber in Zählbares umzuwandeln, ging der Club nach dem Rückstand durch Bernd Nehrig (16.) und dem Ausgleich von Michel Niemeyer (35.) nur mit einem Unentschieden in die Kabine.

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St. Pauli hatte bis zum ersten Tor keine Gelegenheit, zeigte aber, dass in der 2. Liga diese Effizienz den Unterschied ausmacht. Exemplarisch dafür war die Szene vor dem zweiten Gegentreffer: FCM-Torhüter Alexander Brunst entschärfte den Schuss von Nehrig – der FCM schaffte es aber nicht, den Ball zu klären. Nehrig setzte nach, Rico Preißinger foulte ihn im Strafraum. Elfmeter. Marvin Knoll verwandelte (59.). Nur wenige Minuten später war es Dimitrios Diamantakos, der bedenklich locker an Romain Brégerie vorbeisprintete, auf Brunst zulief und die Vorentscheidung besorgte (63.). „Mit dem 3:1 war der Widerstand gebrochen“, stellte auch Paulis Trainer Markus Kauczinski fest.

FCM in wenigen Minuten geschlagen

Innerhalb weniger Minuten brachte sich der FCM wieder um einen möglichen Lohn. FCM-Coach Michael Oenning sagte deshalb: „Wir haben das Spiel verloren, der Gegner hat es nicht gewonnen.“ Und: „Das sind leider die Erkenntnisse, die wir schon seit Wochen mitnehmen.“ Defensiv wie offensiv fehle oft die Konzentration. „Das ärgert mich maßlos“, stellt Oenning klar. Denn: „Wie soll ich nach einem 1:4 sagen, dass wir eigentlich über weite Strecken gut gespielt haben.“

In der Winterpause gilt es zu arbeiten: am eigenen Torabschluss, am Defensivverhalten. Der Oenningsche Ansatz: „In den entscheidenden Momenten sind wir noch zu grün. Manchmal erkennen wir Gefahr nicht. Das müssen wir schnell ändern.“

Denn was bleibt, ist die Tabelle – und die stimmt immer noch positiv: Der Club hat zwar nur elf Punkte, aber auch nur zwei Zähler Rückstand auf einen Nicht-Abstiegsplatz. Meinung

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